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Aachen: E-Marktliner soll zwei Jahre die Strecke lernen

Aachen : E-Marktliner soll zwei Jahre die Strecke lernen

„Ja, meine Damen und Herrn, für die zweite Hälfte des Jahres 2019 verspreche ich Ihnen, drei bis vier homogenisierte Fahrzeuge unseres Movers liefern zu können“. Diese Worte kamen Professor Günther Schuh im Mobilitätsausschuss sehr konzentriert über die Lippen. Dort hatte der Aachener Elektromobilitäts-Fachmann in einen wie immer mitreißenden Vortrag das neueste Vorhaben seiner Ingenieure vorgestellt.

Danach soll am besten als Ersatz für den früher sehr beliebten „Marktliner“ ein kleiner, feiner E-Autobus durch die City flitzen, zunächst noch mit Fahrer, dann aber Schritt für Schritt ohne eine lenkende Person im Cockpit. Das Fahrzeug für das ehrgeizige Vorhaben ist keine ferne Zukunftsmusik, der Bus für etwa 16 Personen ist bereits weit über ein reines Planstadion hinaus gediehen und wurde mit dem Namen „e.GO Mover“ bereits von der „e.GO Mobil AG“ mit Vorstandschef Professor Schuh an der Spitze vorgestellt.

Welche Strecken das in einer noch etwas ferneren Mobilitätszukunft völlig autonom fahrende öffentliche Verkehrsmittel bedienen soll, das wäre eigentlich in dem nachfolgenden Tagesordnungspunkt 4 des Ausschusses zu beraten gewesen. Doch hier machten die großen Fraktionen noch Beratungsbedarf geltend, um die drei im Gespräch befindlichen Varianten denn auch entscheidungsreif machen zu können. In einem kurzen informellen Gespräch unter Beteiligung des Ausschussvorsitzenden Achim Ferrari (Grüne) vor der Sitzung hatte man diese schnell auf die Septembersitzung vertagt.

„Eine sehr schöne Sache“

Die Beschreibung des Fahrzeuges und seiner technischen Innovationen beflügelten den Ausschuss, „eine sehr schöne Sache“, meinte auch CDU-Ratsherrin Gaby Breuer. Der Minibus, so Schuh, sei in seiner Länge mit 4,50 Meter sogar „etwas kleiner als ein Passat“, die Breite bleibe knapp unter zwei Meter. Das wie eine rollende Tupperdose aussehende Gefährt bekommt laut Schuh einen starken Antrieb, die E-Motorleistung wird mit 150 Kilowatt (knapp über 200 PS) liegen, sein Fahrgestell wird höhenbeweglich und absenkbar sein, wichtig für Rollstuhlfahrer.

„Es gibt nur eine Zugangstüre, sie ist ausgelegt für Zwillingskinderwagen“, beschrieb der Professor die praktischen Abmessungen, das Fahrzeug habe durch seine Konstruktion mit den E-Motoren an den Achsen einen hocheffizienten Zuschnitt.

Der kleine Bus, warb Schuh für sein Anliegen, brauche „eine ein- bis zweijährige elektronische Lernzeit“, am besten auf der Marktstrecke. Denn der Computer des Fahrzeugs muss für die autonome Fahrt schließlich jeden Pflasterstein kennen.