Aachen: E-Busse zwischen Aachen und Heerlen ab Ende 2018

Aachen : E-Busse zwischen Aachen und Heerlen ab Ende 2018

„CharlemagnEbus“ lautet der Name einer Machbarkeitsstudie. Friemelt man das etwas umständliche Kunstwort auseinander, um der Bedeutung auf die Spur zu kommen, hat man zu tun: Charlemagne — Karl der Große — steht in der Regel für Aachen.

Der Bus wird wohl das öffentliche Verkehrsmittel meinen. Nun ist das „E“ aber großgeschrieben, gehört in diesem Fall vermutlich nicht exklusiv zum Wort „Charlemagne“. „Ebus“ also — wer raten müsste, würde wahrscheinlich „Abkürzung für Elektrobus“ sagen und hätte damit Recht. Was noch fehlt — hier kommt der vermutlich schwierigste Teil — ist die Internationalität. Charlemagne anstatt Karl der Große.

xxx xxx xxx. Foto: Alexander Barth

Fügt man die Puzzleteilchen alle wieder zusammen, stünde am Ende die Erkenntnis, dass es um alternativ angetriebenen, grenzüberschreitenden ÖPNV in unserer Region geht. Die Ergebnisse der Studie hatten es schon Ende 2015 in den Mobilitätsausschuss geschafft. Eins davon: unter anderem eignet sich die Linie 44 zwischen Heerlen Station und Aachener Hauptbahnhof für die Umstellung auf Elektroantriebe. Sie wird damit eine der ersten elektrifizierten Linien in Aachen.

Die Linie 44 wird gemeinsam von der Aseag und dem niederländischen Konzessionär Arriva betrieben. Um das Projekt „CharlemagnEbus“ zu verwirklichen, haben sich allen Beteiligten — Stadt Aachen, AG Charlemagne Grenzregion, Aseag, AVV und Arriva — mehrfach getroffen und die Rahmenbedingungen für eine Umsetzung besprochen. Im Hintergrund steht die vertragliche Vereinbarung zwischen Arriva und der Provinz Limburg, den gesamten Busverkehr in Limburg bis 2026 emissionsfrei zu betreiben.

Die von Arriva eingesetzten Busse müssen allerdings — im Gegensatz zu den E-Bussen, die die Aseag anschaffen will — zwischendurch aufgeladen werden. Dass soll in Aachen in der Hackländerstraße passieren. Die Verwaltung schlägt vor, dort eine Fläche einzurichten, wo E-Busse geladen werden können. Theoretisch könne das zwar auch vor der Haltestelle Normaluhr passieren, wo die Linie 44 Wendezeit verbringt, allerdings komme es dort zu Konflikten mit dem fließenden Verkehr, vor allem dem Radverkehr.

Rund 300.000 Euro

Nun soll also an der Hackländerstraße ein Pantograph aufgebaut werden. Den können dann nicht nur die niederländischen Busse zum Laden nutzen, sondern auch der Hybridbus, den die Aseag einst zum E-Bus umgebaut hat. Der soll dann auch — wegen der Batterien mit begrenzter Kapazität — in Kombination mit einem Dieselbus auf der Linie 44 fahren.

Die Kosten für die Ladestation und deren Installation schätzt die Verwaltung auf rund 300.000 Euro. Die sollen zu 80 Prozent aus Fördermitteln bestritten werden, ein entsprechender Antrag im Rahmen des Förderprojekts „EMR Connect“ ist laut Stadtverwaltung bereits gestellt. Die ersten Fahrgäste werden dann voraussichtlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 in den E-Bus Richtung Heerlen einsteigen können.

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