Aachen: Dutzende Handwerker rücken am Einhard-Gymnasium an

Aachen : Dutzende Handwerker rücken am Einhard-Gymnasium an

Dort, wo sonst Hunderte Schüler Funktionsgleichungen bestimmen, Goethes Faust wälzen und Vokabeln pauken, werden ab den Osterferien Bautrupps mit dutzenden Handwerkern arbeiten: Am Einhard-Gymnasium in Burtscheid steht eine Hüllsanierung an. Das Dach ist undicht und auch die Fassaden und die Fenster des 45 Jahre alten Gebäudes müssen erneuert werden.

Der Ablaufplan der Baumaßnahmen ist eng getaktet. Sechs Bautrupps mit 50 bis 60 Handwerkern werden permanent vor Ort sein. Um den Unterricht der rund 1000 Schüler nicht zu stören, werden die Arbeiten weitestgehend auf die Ferienzeit gelegt. Doch das funktioniert aus Zeitmangel nicht durchgängig: „Zwei Wochen lang wird jedes Jahr außerhalb der Ferien saniert“, sagt Schulleiter Ralf Gablik. In diesem Jahr rücken die Handwerker zwei Wochen vor den Sommerferien an.

Das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, das Rhein-Maas-Gymnasium, die Käthe-Kollwitz-Schule und die Katholische Hochschule helfen in der Zeit mit Räumen aus. Projekte und Exkursionen, die sonst verteilt im Jahr stattfinden, hat der Schulleiter in diese Wochen gelegt. „Ich werde nicht zulassen, dass der Regelunterricht an Qualität verliert“, sagt er. Auch die Aula wird während dieser Zeit nicht nutzbar sein. Einzige Ausnahme: die Zeugnisvergabe am 6. Juli. „Für den Tag haben wir einen Baustopp von drei bis vier Stunden organisiert“, unterstreicht Gablik.

Ausweichquartier

Bauarbeiten, die nicht lärmintensiv sind, finden auch während der Schulzeit statt. Schüler, deren Klassenräume nicht genutzt werden können, ziehen in ein Ausweichquartier: Elf Räume stehen ihnen im nahe gelegenen Studienseminargebäude an der Malmedyerstraße zur Verfügung. Das „Haus am See“ wird bisher von der Volkshochschule genutzt. Diese muss nun während der Schulzeiten weichen. Sie zieht — temporär — in das Gebäude der ehemaligen Klaus-Hemmerle-Schule in die Franzstraße.

Insgesamt sollen die Bauarbeiten rund zweieinhalb Jahre dauern, bis zu den Herbstferien 2020. Die Finanzierung läuft über Fördermittel inklusive eines Eigenanteils der Stadt. 4,889 Millionen Euro sind eingeplant. Hinzu kommen Mittel aus einem Schulreparaturprogramm in Höhe von 1,011 Millionen Euro. Die Summe deckt voraussichtlich die Kosten für die äußere energetische Sanierung am Schulgebäude. Die Aula ist dabei ausgeschlossen. Für die Sanierung der Fassade und einen Fensteraustausch des Kunst- und Musikbereichs reichen die Mittel nicht aus.

Darauf wird nicht nur aus finanziellen Gründen verzichtet, sondern auch, weil die einschränkten Bauzeitenfenster ein größeres Arbeitspensum im Gesamtförderzeitraum nicht zulassen. Diese Maßnahmen sollen nach Wunsch der Verwaltung in einem weiteren Projekt angegangen und aus Mitteln zukünftiger Förderprogramme bezahlt werden.

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