Aachen: Donnernder Applaus vertreibt Gewitter beim Domspringen

Aachen : Donnernder Applaus vertreibt Gewitter beim Domspringen

Nur um eine Zeigefingerlänge, elf Zentimeter, liegt die Stange niedriger als beim Rekord von Björn Otto (2012), als Piotr Lisek am Mittwochabend um 20.36 Uhr den Sieg beim NetAachen Domspringen holt (5,90 Meter). Deutlich weiter entfernt blieben zum Glück die Gewitterwolken, die jede Wetter-App in den Stunden zuvor oberhalb des Aachener Katschhofs angedroht hatte.

Dank der eigens — sogar auf dem Dach des Doms — neu angelegten glasfasergebunden Access-Points hatte jeder der rund 5000 restlos begeisterten Besucher zwischen Dom und Rathaus nicht nur einen perfekten Blick auf die von sechs Ballonlampen bestens in Szene gesetzte Hochsprunganlage. Auch die WLAN-Geschwindigkeit in Gigabit-Dimension sorgte für schnelle Meldungen. Blitz und Donner ade, Aufatmen, dafür allerbeste Stimmung trotz einiger Regentropfen zwischendurch.

Wiktoria Wojewodzka entscheidet den mit zwei Athletinnen bescheiden bestückten Damenwettbewerb am Nachmittag dank übersprungenen 3,70 Metern für sich. Dann füllt sich das Areal. Zu bombastischen Musik-Rhythmen moderieren Dirk Bartholomy und Alemannia-Sprecher Robert Moonen die Männerkonkurrenz. „Weltklasse in einzigartiger Atmosphäre“, kommentiert OB Marcel Philipp. „Die Wertschätzung für diese sensationelle Kulisse und unser Aachener Publikum ist einfach riesig“, sagt NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider.

Organisator Michael Leers ist begeistert: „Man merkt, wie viel Lust die Athleten auf Aachen haben.“ Und das merken auch die Zuschauer: Klatschen, Jubeln, stehende Ovationen. Die Leistungen bei leichtem Rückenwind auf den Zuschauertribünen und den Stehplätzen sind mindestens so preiswürdig wie der Sport auf der eigens installierten Anlage. Daneben gibt es Würstchen und Fritten, im VIP-Bereich vor dem Ratskeller Crevetten, Canapés und edle Tropfen. Übermäßige Schlangen an den Eingansportalen zum Katschhof? Fehlanzeige. Verärgert dürften nur diejenigen sein, die sich auf digitale Wetterportale verlassen haben. Und zu Hause geblieben sind. Ein Fingerzeig für 2019...

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