Domspringen Aachen: Wetter spielt eine große Rolle

Aachen : Bei Regen wird am Dom gesprungen, bei Gewitter pausiert

Michael Leers kennt sie so ziemlich alle. Und diesmal ist — ausnahmsweise — nicht von Weltklasse-Stabhochspringern die Rede, sondern von den Wettervorhersage-Portalen, die es derzeit online, als App oder auch klassisch in Fernsehen oder Zeitung gibt. Denn der langjährige Organisator des Net­Aachen-Domspringens wirft derzeit bange Blicke gen Himmel. Und dabei schwankt seine Stimmung durchaus wie manchmal das Wetter über Aachen.

„Ich fürchte, wir sind langsam fällig“, sagt er mit Blick auf die Wetterprognose, die für morgen Nachmittag eine — je nach Quelle — hohe bis sehr hohe Gewitterwahrscheinlichkeit vorhersagt. Schließlich seien die vergangenen Wettbewerbe immer mit gutem Wetter gesegnet gewesen. Doch dann packt ihn auch gleich wieder der Mut und die Zuversicht: „Ach was, ich nehme einfach die Vorhersage von Montagabend aus dem Fernsehen. Da sollte es nur in Freiburg regnen. Der Rest von Deutschland war sonnig.“

Was noch zu beweisen wäre, wenn sich am Mittwoch ab 18.30 Uhr auf dem Aachener Katschhof wieder die Weltklasse der Stabhochspringer im Wettkampf misst. Am Start sind mit Shawn Barber, Sam Kendricks und Pawel Wojciechowski unter anderem drei der letzten vier Weltmeister.

Vom Wetter einmal abgesehen bleibt beim Domspringen alles beim alten. Der Eintritt ist frei, auf zwei Tribünen gibt es 1000 Sitzplätze und bei etwa 5000 Zuschauern müssen die Organisatoren die Zugänge zum Platz zwischen Dom und Rathaus schließen. Doch dann muss Leers wieder auf das Thema Wetter zu sprechen kommen. Wenn das nämlich schön werden sollte, „dann wird der Katschhof wohl gegen 17 Uhr voll sein“, schätzt er. Immerhin werde die Wartezeit durch einen Frauen-Einlagewettbewerb verkürzt. „Und so zwischen 17 und 17.30 Uhr werden sich die Springer warm machen und einspringen.“ So gebe es halt immer was zu sehen.

„Das beste Stadtspringen der Welt“

Falls auch Blitz und Donner dazu kommen sollten, dann werde das Springen eben für diese Zeit unterbrochen, kündigt Leers an. „Das Gute an Gewittern ist, dass sie meist schnell vorbei sind“, sagt er. „Und wenn‘s regnet... Naja, wir sind halt in Aachen: Dann wird gesprungen.“ Den Springern mache das nichts aus. Schade sei in diesem Fall lediglich, dass es wahrscheinlich nicht so hoch hinausgehe.

Bei trockenem Wetter rechnet Pawel Wojciechowski für Mittwoch mit einer Siegerhöhe von 5,90 Metern oder mehr beim für ihn „besten Stadtspringen der Welt“, adelt der Pole die Veranstaltung, die schon viele Sportler aus diesem Grund genutzt haben, um ihre Karriere zu beenden. Am Mittwochabend wird das Tobias Scherbarth sein, der den Stab zum letzen Mal in die Hand nimmt. „Das ehrt uns natürlich“, sagt Andreas Schneider, Geschäftsführer des Namenssponsors NetAachen. Doch er gibt das Lob gerne weiter. „Ich glaube, das Publikum hier in Aachen ist das A und O der Veranstaltung, das macht den besonderen Flair neben der Arena-Atmosphäre zwischen Dom und Rathaus aus.

Es ist total begeisterungsfähig, ist aber auch ein Fachpublikum, das sich auskennt“, sagt Schneider über die Aachener Zuschauer, die heute vielleicht noch eine dritte Eigenschaft beweisen müssen: Wetterfestigkeit. Oder eben auch nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Aachener Domspringen: Das sind die Sieger seit 2005

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