Aachen: Domkeller: Immer wieder montags spielt die Musik

Aachen : Domkeller: Immer wieder montags spielt die Musik

Wer aufs Klo wollte, musste erstmal übers Schlagzeug steigen — eine Erinnerung, die alteingesessene Besucher der Montagskonzerte im Domkeller gerne von Zeit zu Zeit mit Betreiber und Veranstalter Milo Sous teilen. Eng, fast schon intim ist es noch immer, wenn Bands kommen. Auch wenn auf der ersten Etage etwas mehr Platz und der Zugang zum stillen Örtchen mittlerweile ohne Hürden zugänglich ist.

Wie oft die Montagskonzerte im Domkeller nun schon stattgefunden haben, kann Sous nicht genau sagen. Wann die Konzertreihe wieder startet dafür umso genauer: Am kommenden Montag, 28. September, 20 Uhr, wird Maxim Varga den Reigen eröffnen. Die Kombo, an der Musiker aus Berlin und Israel beteiligt sind, spielt rauchigen New Blues. Sie bilden den Anfang, weil sie gerade auf Tour sind und sich dieser Termin angeboten hat.

Die Montagskonzerte im Domkeller: Mit dabei sind unter anderen Cornflower blue (l., 12. Oktober), Monday Quartet (unten, 19. Oktober) und Crazy Mama (oben, 26. Oktober). Den Auftakt am Montag übernimmt Maxim Varga (r.). Foto: Susanne Walter, Zimmermann, Band, Michael Witte

Der Schwerpunkt beim Lineup der 36 Konzerte bis zur Sommerpause im Mai 2016 liegt auf Aachen. Etwa die Hälfte der Künstler kommt aus der Region. Andere kommen aus den USA, den Niederlanden, Kanada, der Schweiz, England oder Frankreich.

Die Montagskonzerte im Domkeller: Mit dabei sind unter anderen Cornflower blue (l., 12. Oktober), Monday Quartet (unten, 19. Oktober) und Crazy Mama (oben, 26. Oktober). Den Auftakt am Montag übernimmt Maxim Varga (r.). Foto: Susanne Walter, Zimmermann, Band, Michael Witte

„Sehr laut wird es nicht“, erklärt Sous. Elektronische Musik ist nicht mit im Programm, alles sei handgemacht. Und: Nicht mehr nur Trios stehen nun auf der Bühne (die eigentlich gar nicht vorhanden ist), sondern auch Bands mit fünf und sechs Mitgliedern. Wie schon erwähnt: Es wird kuschelig.

Das scheint auch den Musikern zu gefallen. „Bands, die da waren, wollen gleich im nächsten Jahr wiederkommen“, erzählt Sous. Ein Jahr Karrenzzeit lässt Sous aber gerne mindestens verstreichen, bevor eine Kapelle wieder im Domkeller spielt.

Beim aktuellen Line­up hat er versucht alles so zu legen, dass zwei Bands, die in ähnlichen Genres unterwegs sind, nicht direkt an zwei aufeinander folgenden Montagen auftreten. Abwechslung steht für ihn ganz oben auf dem Zettel. Vor Anfragen von Musikern kann sich der Betreiber der Kneipe am Hof kaum retten: „Mit den Anfragen von einer Woche könnte ich ein ganzes Jahr mit Programm füllen.“

Besondere Perlen

In diesem Jahr dürfen sich Musikfreunde auf ein paar besondere Perlen freuen. Zum Beispiel auf die Indie-Rocker von „Cupids“. Wem das nichts sagt, der sollte sich nicht grämen ... es ist der erste Auftritt der Combo aus Manchester außerhalb Englands. Und das hat offenbar schon Tradition. Unter ihrem alten Namen, „The Gramotones“, hatten sie den ersten Auftritt außerhalb ihres Heimatlandes überhaupt im Domkeller. „Dann wurden sie immer bekannter, und trotzdem kommen sie immer wieder zu uns“, sagt Sous.

Trotz der musikalischen Qualität: Geld verdient Sous mit den Montagskonzerten nicht unmittelbar. Die Konzerte kosten keinen Eintritt. „Es wird aber immer reichlich gespendet“, schiebt er hinterher. „Und es ist eine super Werbung für uns. Der ein oder andere kommt bestimmt mal wieder.“

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