Aachen: Domchor singt für den Heiligen Vater in Rom

Aachen: Domchor singt für den Heiligen Vater in Rom

„Hurra, wir fahren nach Rom!” Die Begeisterung ist groß im Aachener Domchor. Eine Abordnung des Aachener Chores fährt zur Verleihung des Karlspreises an Papst Johannes Paul II. in die Heilige Stadt.

Schon jetzt wird fleißig geprobt, am Tag selbst muss alles perfekt klappen. 22 Chorknaben und 14 Herren singen vor illustrem Publikum, wenn Papst Johannes Paul II. aus den Händen von OB Jürgen Linden die Auszeichnung erhält. Die Sala Clementina, der private Audienzsaal des Papstes, wird proppenvoll sein. Über 180 Gratulanten reisen nach Rom, das Fernsehen soll die Verleihung live übertragen.

Und als ob das nicht genug der Ehre wäre, haben sich - so brodelt die Gerüchteküche - angeblich auch Bundespräsident Johannes Rau und Bundeskanzler Gerhard Schröder angesagt. Sie sollen dabei sein, wenn die Jungen und Männer des nach eigenen Angaben ältesten Chores der Welt kunstvoll ihren Gesang erklingen lassen.

Zu so einer Reise gehört natürlich eine ganze Menge an Vorbereitungen. „Zimmerwünsche an Kai”, ruft Domkapellmeister Berthold Botzet durch den Probensaal in der Domsingschule. Eben noch haben die Sänger fleißig geprobt, jetzt steht Botzet am großen Flügel und erzählt.

Chor mit Rom-Tradition

„Der Domchor hat eine richtige Rom-Tradition - schon seit den 30er Jahren sind wir regelmäßig nach Rom gefahren.” Verbunden meistens mit einer Papst-Audienz. „Aber diese Rom-Fahrt ist für uns eine höchst ehrenvolle Aufgabe”, schwärmt er, „wenn der Papst den Karlspreis erhält, der ja nun mal nach Karl dem Großen benannt ist, dann muss auch der Domchor, der von Karl dem Großen gegründet wurde, mit dabei sein.”

Es ist bereits das zweite Mal, dass der Chor in Rom vor solch illustrem Publikum auftritt. 1963 sang der Chor während des Zweiten vatikanischen Konzils vor Papst Johannes XXIII. und seinen Kardinälen die h-Moll-Messe von Bach.

Würdig und angemessen getragen ist das Programm auch dieses Mal. „Da ist das ´Tu es Petrus´ von Palestrina, das werden wir dem Heiligen Vater zu Ehren singen”, sagt er, „und Renaissance-Werke von Orlando di Lasso, Vittoria und Gabrieli”. Und um dem Ganzen einen Aachener Touch zu geben, nehme der Chor auch Stücke von Aachener Domkapellmeistern mit, unter anderem von Rehmann und das „Urbs Aquensis” in einer Version von Hans-Josef Roth.

Die Stadt erkunden

Trotz allem soll auch noch ein wenig Zeit bleiben, die italienische Hauptstadt zu erkunden. So es die Zeit erlaubt, sollen die Sänger Petersdom, Spanische Treppen, Trevi-Brunnen und das Pantheon besichtigen können.

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