Diskussion um neue Tram von Baesweiler nach Aachen

Diskussion um neue Straßenbahnlinie : Aachens Politiker sind offen für die Schiene

Kommt der Schienenverkehr zurück nach Aachen? Darüber hat am Donnerstag der Städteregionsausschuss diskutiert. Grundsätzlich positiv stehen auch die Fraktionen im Aachener Stadtrat dem Thema gegenüber. Angedacht ist eine Bahn, die von Baesweiler bis zum Bushof fährt.

Gutes kommt wieder, heißt es so schön im Volksmund. Ob die Straßenbahn wieder nach Aachen kommt, und ob das überhaupt gut wäre, darüber wird gerade in der Städteregion diskutiert. Jetzt hat sich beispielsweise der Städteregionsausschuss mit dem Thema beschäftigt. Doch auch die Fraktionen im Aachener Stadtrat haben sich über eine mögliche Rückkehr des Schienenverkehrs in die Innenstadt ihre Gedanken gemacht.

Hans-Joachim Sistenich, ehemaliger AVV-Geschäftsführer und jetziges Vorstandsmitglied der Initiative Aachen, hat das Projekt am Donnerstag im Städteregionsausschuss vorgestellt – und großen Zuspruch für die Idee bekommen. Rund 66.000 Menschen pendeln täglich aus dem Nordkreis in die Aachener Innenstadt. Durch eine Bahn, die von Baesweiler über Alsdorf, Würselen und Haaren bis zum Bushof fährt, könnte man die Straßen entlasten.

Es sei 18 Jahre her, dass er selbst an einem ganz ähnlichen Antrag zur Einrichtung einer Straßenbahn von Baesweiler nach Aachen mitgewirkt habe, erklärt Harald Baal, Fraktionschef der Christdemokraten im Aachener Stadtrat. Und er hält das auch im Jahr 2018 für eine „grundsätzlich spannende Idee“. Bis zum Bahnhof Nord sei aus seiner Sicht auch eine Trassenführung recht unproblematisch darstellbar, über die Jülicher Straße bis zum Bushof werde es natürlich etwas kniffliger. Auch wenn jetzt erst einmal die Städteregion und alle beteiligten Kommunen sich grundsätzlich äußern müssten, bevor man etwas in die Wege leite, sagt Baal: „Die Chance, die eine Straßenbahn für die Stadt beinhaltet, ist zu groß, als das man die Idee zu früh verwerfen sollte.“ Auch eine frühzeitige Beteiligung der Bürger sei wichtig, betont Baal.

Darauf legt auch Michael Servos, Fraktionschef der SPD im Aachener Rat, großen Wert: „Wir müssen aus der Diskussion um die Campusbahn lernen“, betont er. Nur weil viele Politiker der Meinung seien, dass eine Straßenbahn eine gute Idee sei, müsste das noch lange nicht für die Mehrheit der Bürger gelten. Ein Faktor sei dabei unter anderem der Kostenrahmen, der mit großer Wahrscheinlichkeit im dreistelligen Millionenbereich liege. Die Idee sei sehr, sehr gut, betont Servos, der Vorschlag von Hans-Joachim Sistenich sehr durchdacht. „Doch wir müssen das Thema breiter aufstellen und in Workshops mit der Bevölkerung einfach mal klären, welche Möglichkeiten es gibt, den Pendlerströmen in die Innenstadt zu begegnen.“

Hineinschlüpfen und sich wohlfühlen: Ob der Schienenverkehr zurück in die Aachener Innenstadt kommt, darüber wird derzeit in den politischen Gremien diskutiert. Foto: ZVA Archiv/Linckens

Eben diese Pendlerströme sind auch den Grünen ein wichtiges Anliegen. „Wir begrüßen das Thema wahnsinnig“, sagt Kaj Neumann, stellvertretender Fraktionssprecher der Aachener Grünen. Aus zwei Gründen sind die Grünen für den Bau einer Straßenbahn: „Erstens hätte das einen riesengroßen Effekt auf die Luftreinheit in Aachen“, sagt Neumann, da viele tausend Fahrzeuge weniger in die Stadt fahren. Außerdem könnte eine gut getaktete Straßenbahn die Situation auf dem Wohnungsmarkt entspannen: „Durch eine solche Bahn würde der Nordkreis besser an die Stadt angebunden, und die Kommunen im Norden würden als Wohnort an Attraktivität gewinnen.

Auch Peter Blum, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, sieht das Bahnprojekt als vorteilhaft für die Stadt an. „Die Stadt Aachen würde durch solch eine Bahn besser angebunden“, sagt er. Die Anzahl von Autos könnte effektiv verringert werden. „Von daher werten wir diesen Vorstoß erst einmal als sehr positiv“, so Blum, der aber auch einwirft: „Wir müssen darauf achten, dass durch Schienen in der Innenstadt der Individualverkehr nicht zu stark eingeschränkt wird.“ Das sei bei dem Projekt Campusbahn ein Problem gewesen.

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