Aachen: Discounter am Preuswald hat nicht nur Befürworter

Aachen : Discounter am Preuswald hat nicht nur Befürworter

Das Thema Ansiedlung eines Discounters am Preuswald, genauer einer Aldi-Filiale, interessierte immerhin mehr als hundert Anwohner, die am Montagabend dann doch ausreichend Platz im Gemeindesaal von Maria im Tann fanden. Erstaunlich: Die Stimmung war geteilt zwischen den Befürwortern einer Ansiedlung und einigen Gegnern, die trotz der beinahe völlig fehlenden Einzelhandelsversorgung keinen Discounter dort wollen.

Die Stadt hatte zu einer Bürgerinformation eingeladen. Die Pläne für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan hängen noch bis zum 13. November im Foyer des städtischen Verwaltungsgebäudes Marschiertor aus, Einwendungen gegen das Vorhaben können noch länger gemacht werden.

Was geschieht mit den 7500 Quadratmetern Wald, die auf dem Grundstück direkt neben der Einmündung Unterer Backertsweg und Lütticher Straße stehen? Welche Lösungen haben Sie für die regelmäßigen Überschwemmungen vor den Häusern Lütticher Straße ab den Hausnummern 510, wird das eventuell noch schlimmer?

Oder: Gab es alternative Standorte und warum muss gerade dort der Discounter gebaut werden? Was ist mit der Verkehrsproblematik? Die Fragen prasselten nur so auf den Immobilien-Vertreter des Discounter-Riesen „Aldi Süd“, Willi Michels von der Thesaurus GmbH in Eschweiler, ein. Der Vertreter des Discounters nahm zu allen Besorgnissen der Bürger gründlich Stellung. Warum sagt die Stadt so wenig, fragten sich die Preuswalder.

Es sei hier ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt worden, hatte Holger Müller vom Fachbereich Planung eine Erklärung, da wisse eben der Bauherr am besten Bescheid. Ansonsten nahm man die Anregungen und die Kritik penibel auf.

Michels berichtete zur Standortfindung, dass ein zweites Grundstück weiter im Süden im Gespräch war, das habe den Anforderungen aber nicht Stand gehalten. So sei in der Tat nur das mit Bäumen bewachsene Grundstück direkt am Backertsweg geblieben, hierfür sei bereits eine Ausgleichsfläche gefunden worden, wie der zuständige Forstbeamte bestätigte.

Auch Befürchtungen, der Parkplatz Kletterwald müsse weichen, bestätigte sich nicht. Er werde mit sogar drei Stellplätzen mehr nur ein paar Meter in Richtung Maria Im Tann neu angelegt. Die Aldi-Filiale sei mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche eine kleine Filiale. Man habe jedoch wegen der Lage im Preuswald sogleich zwei weitere externe Shops eingeplant, die mit je 150 Quadratmetern das Angebot erweitern sollen.

Kinder heute schon gefährdet?

An der südlichen Seite des Gebäudes ist die Anlieferung der Waren geplant, das Gelände müsse insgesamt um etwa drei Meter aufgeschüttet werden. Dazu komme dann auf der Seite der Anlieferung noch eine Schallschutzmauer oder ein Schallschutzwall hinzu, was die dortigen Anlieger mittelprächtig entsetzte. „Wir wollen nicht, dass man bei uns von oben in die Häuser schauen kann“, warnte eine Nachbarin.

Ein Vertreter des Kinderheims Maria im Tann warnte vor einer Gefährdung der Kinder bei steigendem Verkehrsaufkommen, die Anwohner wollen partout dort eine Ampelanlage. Denn schon jetzt, so stellte sich heraus, laufe die Überquerung der Lütticher Straße durch die Schulkinder auch heute bereits einigermaßen chaotisch ab, man wundere sich, so Anwohner, dass nicht mehr passiere. (Infos auf www.aachen.de/bauleitplanung)

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