Aachen: Diplomat, Brückenbauer und Verfechter eines geeinten Europas

Aachen: Diplomat, Brückenbauer und Verfechter eines geeinten Europas

Er ist ein Mann der Tat, der für europäische Verständigung steht und über sein vielfältiges Wirken keine großen Worte verliert.

Für seine außerordentlichen Verdienste insbesondere um die Annäherung der bilateralen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik ist Dr. Rudolf Jindrák, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, am Sonntag mit dem Kulturpreis Karl IV. des Kulturvereins Aachen-Prag ausgezeichnet worden.

Die Vorsitzende des Kulturvereins, Vera Blazek, begrüßte eingangs die Gäste. Man sei froh darüber, sich in der sechsköpfigen Jury einstimmig für den Preisträger 2012 entschieden zu haben.

Der 1964 in Prag geborene promovierte Jurist Rudolf Jindrák ist seit Dezember 2006 in seinem Amt als Botschafter mit Sitz in Berlin tätig. „Der Preisträger ist ein Brückenbauer zwischen Tschechien und Deutschland, hat mit der Deutsch-Tschechischen Erklärung von 1997 zu einem Meilenstein in den Beziehungen beider Länder beigetragen”, betonte Oberbürgermeister Marcel Philipp beim Festakt mit vielen geladenen Gästen in der Domsingschule.

Jindrák habe in seiner Rolle als Botschafter geholfen Vorurteile in den Köpfen abzubauen und gegenseitigen Respekt zu schaffen. „Seine tätige Praxis hat mit dazu beigetragen, eine Basis für die Zukunft in Europa zu schaffen”, betonte Philipp.

EU-Beitritt Tschechiens

Musikalisch untermalt wurde die Feierstunde vom Streichduo Linda Leharová an der Viola und Martin Smýkal an der Violine mit hervorragenden Darbietungen von Wolfgang Amadeus Mozart und Bohuslav Martinu. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Klaus Hänsch, Präsident des Europäischen Parlaments a.D. „Zu den Beziehungen in Europa gehören Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Aber das wichtigste gemeinsame Projekt ist die Einigung in Europa”, betonte Hänsch.

Für den Beitritt Tschechiens in die EU im Jahre 2004 habe der Preisträger einen entscheidenden Beitrag geliefert. „Karl IV. war hochintelligent, ein hervorragender Diplomat sowie der Kunst und Wissenschaft zugetan - all das trifft auch auf Sie zu”, sagte der Laudator zum Abschluss seiner Rede zu Jindrák.

„In meinem Job hält man viele Reden zu Jubiläen, Eröffnungen und anderen schönen Anlässen. Aber meine heutige Rede ist ein einzigartiger und kostbarer Moment, denn die Rede geht über den Redner selbst”, sagte der Preisträger in seiner abschließenden Ansprache an die Gäste. Mit großem Stolz werde er sich mit der goldenen Medaille Karls IV. schmücken.