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Tivoli wird wieder Testzentrum: Diesmal wird unter der Stehtribüne abgestrichen

Tivoli wird wieder Testzentrum : Diesmal wird unter der Stehtribüne abgestrichen

Der Tivoli an der Krefelder Straße wird ab Montag, 2. November, wieder zum Corona-Testzentrum. Vieles wird ähnlich laufen wie im Frühjahr, aber nicht alles. Diesmal ist neben der Städteregion und der Stadt Aachen auch die Kassenärztliche Vereinigung für die Abstriche zuständig.

296 Corona-Fälle mehr als noch am Vortag, auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gestiegen: Als Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp am Freitagmorgen gemeinsam mit Städteregionsrat Tim Grüttemeier die Pressekonferenz zur Wiedereröffnung des Corona-Testzentrums am Tivoli abhält, wird schnell klar, warum das Fußballstadion erneut zweckentfremdet werden muss. Die Testteams des städteregionalen Gesundheitsamts kommen mit den Corona-Abstrichen nicht mehr hinterher. Und weil auch die Hausarztpraxen in der Region zunehmend mit Corona-Patienten beschäftigt sind, hat man sich diesmal, anders als noch im März, dafür entschieden, auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit an Bord zu nehmen.

„Die Zahl derer, die sich im Moment in Quarantäne befinden, ist fünfstellig, und wir haben ein sehr hohes Testaufkommen. Um diese Anzahl zu bewältigen, haben wir uns entschieden, den Tivoli wieder zum Testzentrum zu machen“, erläutert Philipp bei einem seiner letzten offiziellen Amtstermine. „Aus dem ehemaligen Kommunalen Abstrichzentrum wird diesmal jedoch das Gemeinsame Abstrichzentrum“, ergänzt Tim Grüttemeier. Denn anders als im März ist für einen Teil der Tests nicht mehr die Städteregion zuständig, sondern eben die KV.

Auch wenn die temporäre Einrichtung als „gemeinsames“ Zentrum läuft, gibt es vor Ort zwei unabhängig voneinander agierende Mannschaften, die sich den Raum unter der Stehtribüne des Tivoli teilen. Zwei Anmeldeschalter, zwei Test-Zelte, zwei Ärzte-Teams. Denn nach wie vor gilt: Das Gesundheitsamt der Städteregion ist zuständig für die Testung der Kontaktpersonen ersten Grades. Außerdem testet die Städteregion im Verdachtsfall auch in den Senioreneinrichtungen. Für alle anderen Coronavirus-Tests, beispielsweise für Reiserückkehrer sind nach einer Vereinbarung mit der KV die niedergelassenen Ärzte beziehungsweide das KV-Team am Tivoli zuständig. Die Krankenhäuser wiederum testen Patienten bei stationärer Aufnahme.

Wer das Testzentrum besuchen will, muss sich zwingend über die Homepage der Städteregion anmelden. Dort muss man zunächst auswählen, ob man symptomfrei ist und was dann der Grund für den Test ist, oder ob man Symptome hat. In beiden Fällen ist wichtig, dass der Nutzer eine deutsche Krankenversicherung hat. „Wir können also auch Bundesbürger testen, die in Belgien oder den Niederlanden leben“, sagt Grüttemeier. Alle Bürgerinnen und Bürger, die einen Termin vereinbart haben, können ihr Fahrzeug kostenlos im Apag-Parkhaus am Tivoli abstellen.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die reine Online-Anmeldung eigentlich kein Störfaktor ist“, sagt Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent der Städteregion auf Anfrage. Wer keinen Termin über das Internet machen kann oder möchte, kann sich immer noch an den Hausarzt wenden, denn die KV sieht in dem Testzentrum zwar eine Ergänzung zu den Tests, die die Hausärzte durchführen. Diese sollen jedoch keineswegs komplett wegfallen.

Städteregionsrat Tim Grüttemeier erläutert auf der Pressekonferenz das Prozedere im neuen Testzentrum. Foto: MHA/Harald Krömer

Während die Städteregion klar kommuniziert, wie viele Menschen in ihrem Teil des Testzentrums abgestrichen werden sollen – 650 pro Tag – will sich die KV dazu nicht näher äußern. „Genug“ lautet die Antwort von Marion Ries, Vorsitzende der Aachener Kreisstelle der KV, auf die Frage, wie viele Menschen vor Ort arbeiten würden. Man wolle das vom Testaufkommen abhängig machen, erklärt sie.

Das Gemeinsame Abstrichzentrum von Städteregion Aachen und Kassenärztlicher Vereinigung am Tivoli ist ab Montag, 2. November, immer montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet.