Aachen: Die Zusagen von Grundschulen kommen erst nach Ostern

Aachen: Die Zusagen von Grundschulen kommen erst nach Ostern

Gut 2000 Familien in Aachen haben Anfang November ihr Kind an einer Aachener Grundschule angemeldet. Eine Zusage — oder Absage — an ihrer Wunschschule werden die Eltern aber nicht in einigen Wochen, sondern frühestens nach Ostern, also Ende April 2014, erhalten.

Denn über die Aufnahmen der Erstklässler kann erst entschieden werden, wenn feststeht, für wie viele Kinder ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf offiziell festgestellt wird, und klar ist, an welchen Grundschulen sie diese Unterstützung bestmöglich erhalten können. Mit dem neuen Inklusionsgesetz, das zum 1. August 2014 in Kraft tritt, haben künftig ja alle Kinder das Recht auf Förderung an einer allgemeinen Schule.

„Wir müssen alle Eltern um Geduld bitten“, erklärte Schulrätin Ulla Roder, als sie am Montag zusammen mit Elke Münich, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, die Gründe für das langwierige Verfahren erläuterte. „Und selbst der Termin nach Ostern ist äußerst ehrgeizig“, sagt Roder ehrlich. „Wir wissen überhaupt nicht, wie viele Kinder mit sonderpädagogischem Unterstüzungsbedarf dazukommen werden.“

Und nicht nur die Inklusion macht die Verteilung der Schüler schwierig. Die Stadt nutzt künftig auch die gesetzlichen Möglichkeiten, die Klassengrößen zu reduzieren — etwa in sozialen Brennpunkten und an Schulen mit Gemeinsamem Unterricht (GU). Natürlich nehmen diese Schulen dann künftig auch weniger Kinder auf.

Da die Eltern die Grundschule ihres Kindes im Grundsatz frei wählen können, sind die Wanderungsbewegungen ohnehin jedes Jahr eine spannende Sache. „Die Eltern werden immer mobiler“, beobachtet Elke Münich, „in diesem Jahr werden bereits 27 Prozent der Erstklässler nicht die nächstgelegene Grundschule besuchen.“

Zahlen sind erst vorläufig

So haben Manfred Ernst und sein Team aus der Planungsabteilung auch diesmal wieder manche Überraschung erlebt. Die Grundschule Am Lousberg zum Beispiel verzeichnet 75 Anmeldungen, stolze 30 mehr als im Vorjahr. Angenommen werden können allerhöchstens 53 Kinder. Die Schule Am Römerhof kann maximal 81 Kinder annehmen, 98 Anmeldungen liegen aber bereits vor. Die Marktschule in Brand soll nach dem Schulentwicklungsplan künftig nur zwei Eingangsklassen bilden, 78 Kinder stehen schon auf der Liste. Die Montessori-Plätze dürften nach Rechnung der Schulverwaltung ausreichen, allerdings werden auch hier nicht alle Kinder an ihrer Wunschschule unterkommen.

Am Donnerstag bekommt die Politik den aktuellen Anmeldestand auf den Tisch. Für Anfang April 2014 ist ein aktualisiertes Zahlenpaket angekündigt. Derzeit haben zum Beispiel fast 100 Familien, die laut Einwohnermeldeamt in Aachen wohnen, ihr Kind noch an keiner Grundschule angemeldet.

Eltern, die sich für eine Grundschule mit großem Anmeldeüberhang entschieden haben, sollten sich vielleicht schon jetzt über Alternativen beraten lassen, rät Elke Münich.