Aachen: Die Zahl der Studenten soll zehn Jahre lang über 50.000 liegen

Aachen : Die Zahl der Studenten soll zehn Jahre lang über 50.000 liegen

„Neue Wege gehen“ ist der Titel des Immobilienberichts 2014, der am Dienstag dem Wohnungs- und Immobilienausschuss vorgestellt wurde. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen und bezieht sich auf die Tatsache, dass mit Macht etwa die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen hochgefahren werden soll.

Was allerdings auch bitter nötig ist, denn immer noch übersteigt die Zahl der Abgänge die der Zugänge, erläuterten Beigeordneter Prof. Manfred Sicking und Norbert Plum, der Vorsitzende des Wohnungsausschusses, am Dienstag in einer Pressekonferenz vor der Sitzung. Immerhin: Im letzten Jahr wurden 145 Sozialwohnungen errichtet, davor waren es nur 75 pro Jahr, in diesem Jahr ist die Förderung von 200 Wohnungen beschlossen worden. Sie befinden sich zum Beispiel im Projekt der Gewoge an der Stolberger Straße oder werden auch in nennenswerter Zahl im Wohngebiet Guter Hirte im Campus West errichtet. Doch immer noch sinkt die Gesamtzahl öffentlich geförderter Wohnungen, von einstmals mehr als 12.000 im Jahr 2009 auf jetzt etwas mehr als 10.000.

„Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat Anspruch auf eine öffentlich geförderte Wohnung“, machte Architekt Reinhard Gerlach, Geschäftsführer von pbs-Architekten, in deren Räumen die Konferenz stattfand, deutlich. Das renommierte Büro mit 50 Mitarbeitern ist auch für das Projekt Guter Hirte verantwortlich und hat in Aachen zahlreiche Projekte wie das Finanzamtszentrum oder das Erweiterungsgebäude von St. Leonhard realisiert.

Neue Wege müsse man insgesamt im Bereich Wohnen gehen, erläuterte Sicking. Man befinde sich etwa in ständigen Gesprächen mit der TH und FH und gehe inzwischen davon aus, dass die Studentenzahlen in Aachen dauerhaft und zumindest für die nächsten zehn Jahre über 50.000 liegen würden: „Anfangs haben wir gedacht, es handele sich um eine kleine Delle durch den doppelten Abi-Jahrgang.“ Auf hohem Niveau in den nächsten zehn Jahren bleibe auch die Zahl der Flüchtlinge, für die ebenfalls Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden müssten. Nach neuesten Prognosen würde die Zahl der Asylsuchenden in Aachen auf 2000 anwachsen, für die man zur Überbrückung zwar Container aufstellen könne, langfristig aber konventionellen Wohnraum schaffen wolle. Und im Richtericher Dell müsse man dringend den Einstieg in den ersten Bauabschnitt schaffen.

Sanierung wichtig

Auch die Sanierung im Bestand müsse im Fokus bleiben, sowohl bei der Gewoge mit 5500 Wohnungen, überwiegend im Besitz der Stadt, als auch bei den 2800 städtischen Wohnungen, von der Gewoge verwaltet. Zu berücksichtigen seien auch die Bedürfnisse von jungen Familien und — bedingt durch den demografischen Wandel — seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen. Der Immobilienbericht wird Interessenten zur Verfügung gestellt.

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