Aachen: Die WM ist für Raspo Brand nur ein Vorspiel

Aachen: Die WM ist für Raspo Brand nur ein Vorspiel

„Erst kommt die Weltmeisterschaft, dann die Stadtmeisterschaft”, sagt Martin Reski, der Abteilungsleiter Fußball bei Rasensport Brand mit einem leicht verschmitzen Lächeln auf den Lippen - so als wolle er andeuten, dass das Turnier in Südafrika eine Art Vorspiel für den Wettbewerb in der Stadt Aachen sei.

Das stimmt vielleicht nicht ganz. Fest steht aber: Für die Fußballer von Raspo sind die Tage vom 20. bis zum 31. Juli der Höhepunkt des Jahres. 32 Mannschaften aus dem Stadtgebiet messen sich, um herauszufinden, wer Aachens bestes Amateur-Fußballteam ist.

„Bei uns liegt die Priorität ganz klar auf der Stadtmeisterschaft”, betonte Reski noch einmal. Und das völlig zurecht. Denn das Turnier auf der Kunstrasenanlage des Vereins am Wolferskaul fordert den ganzen Einsatz des Vereins. „Wir brauchen sicher 20 Leute pro Tag, die mit anpacken”, schildert Kurt Decker, der stellvertretende Abteilungsleiter der etwa 500 Fußballer aus Brand. Um das große Turnier zu stemmen, treffen sich die Verantwortlichen um die Vorsitzende Walburga Decker seit Jahresbeginn regelmäßig. „Schließlich wollen wir uns als Verein gut präsentieren”, so die Chefin der Brander. Das Rahmenprogramm, das beispielsweise ein Spiel der Alemannia-Traditionsmannschaft gegen den AS Eupen vorsieht, entsteht gerade.

Schon abgeschlossen ist die Gruppenauslosung. Und bei der hatte sogar die Alemannia, die traditionell nicht an der Stadtmeisterschaft teilnimmt, die Finger im Spiel. Kevin Kratz, der derzeit verletzte Jungprofi, hat in der Gaststätte „Bei Addi” in Brand die Lose gezogen. Zuerst waren die acht Favoriten aus der Landes- und Bezirksliga, die automatisch für die Zwischenrunrunde gesetzt sind, an der Reihe. Dann griff Kratz 24 Mal in die Lostrommel, um die acht Vorrundengruppen der Kreisligisten festzulegen.

Mit Blick auf das vergangene Jahr, in dem Gastgeber Hertha Walheim das Finale gegen den unmittelbaren Nachbarn FC Inde Hahn gewinnen konnte, stellt sich vor allem eine Frage: Wird es einer Mannschaft gelingen, die Dominanz der Teams aus dem Aachener Süden zu durchbrechen? Wenn es nach René Schroeder, dem Geschäftsführer der wieder erstarkten Richtericher Rhenania geht, ja: „Wir spielen eine starke Saison und haben uns in der Landesliga etabliert. Das wollen wir auf der Stadtmeisterschaft natürlich bestätigen.” In der noch laufenden Saison zählt die Rhenania zu den Überraschungsteams, bei der Stadtmeisterschaft muss die Truppe von Trainer Kai-Uwe Kallenbach mit der Favoritenbürde umgehen. „Damit können wir leben”, sagt Schroeder.

Die Teams aus dem Süden haben eine andere Sichtweise. „Ich gehe davon aus, dass der Titel im Süden bleibt”, merkt Helmut Schönell, der Vorsitzende der Brander Borussia an. Sicher können sich die Favoriten allerdings nicht sein. Und genau das macht den Reiz der Stadtmeisterschaft aus. Die Spiele dauern nur 30 Minuten. Zeit genug für einen Außenseiter, leidenschaftlich zu verteidigen. Ob die Zeit für die Favoriten reichen wird, um ein solches Bollwerk zu überwinden, muss sich erst noch zeigen.

2011 in Orsbach

Die „Nachrichten”, die das Turnier erstmals als Medienpartner begleiten, freuen sich schon auf Ende Juli. „Wir sind sehr stolz, dass wir als Medienpartner dabei sein dürfen”, sagt Redakteur Holger Richter bei der Auslosung. Bereits zum fünften Mal begleitet Sparkasse-Gebietsleiter Andreas Kreitz die Stadtmeisterschaft, die Bank selbst ist gar noch länger mit an Bord. „Wir haben die Krise gut überstanden und können uns weiter engagieren”, sagt Kreitz.

Das dürften die Kicker vom OSV Orsbach erfreut vernommen haben. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Stadtmeisterschaft 2011 auszurichten.

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