Aachen: Die Wälder nach Sturmtief „Friederike“ besser meiden

Aachen : Die Wälder nach Sturmtief „Friederike“ besser meiden

„Friederike“ ist durch. Aber das Sturmtief ist nicht abgerauscht, ohne Unannehmlichkeiten zu hinterlassen. Um die einen kümmern sich jetzt Aachens Dachdecker, um die anderen Feuerwehr und Mitarbeiter von Forstamt und Stadtbetrieb.

„Insgesamt haben wir Glück gehabt. Nur 10 Km/h mehr und es hätte wesentlich schlimmer ausgesehen“, erklärt Forstamtsleiter Gerd Krämer. Dennoch empfiehlt er, den Wald erst einmal ein paar Tage zu meiden. Überhaupt solle man sich in der Umgebung von Gehölz nicht länger aufhalten als nötig. Nach dem Unwetter können überall tonnenschwere Gefahren lauern.

Wie schon vor dem Sturm ist der Boden durch viel Regen aufgeweicht und die Wurzeln von Bäumen finden dadurch weniger Halt als sonst. Kommt dazu noch eine Schwächung oder Schieflage durch die kräftigen Windböen von vergangenem Donnerstag, „können Bäume auch scheinbar unvermittelt umstürzen“, erklärt Rita Klösges aus dem städtischen Presseamt.

In den Kronen könne Totholz hängen, das sich leicht lösen und herunterfallen kann, erklärt Krämer. Außerdem können die Wurzeln der Bäume angebrochen sein. „Wir sagen dazu: Die Bäume sind ‚angeschoben‘.“ Das gelte insbesondere für Fichten. „Bei Sturm fallen diese Nadelbäume am meisten, weil sie sogenannte Flachwurzler sind“, sagt der Forstamtsleiter.

500 bis 800 Kubikmeter

Seiner Schätzung nach ist durch „Friederike“ nicht mehr Holz angefallen, als durch das Sturmtief „Burglind“ vor zwei Wochen, demnach also etwa 500 bis 800 Kubikmeter. Die müssten nun erst einmal gesichtet werden — um welche Menge handelt es sich und in welchem Zustand befindet sich das Holz

. Dann wird es entweder verkauft oder die noch verwertbaren Teile zu Brennholz verarbeitet. In den kommenden Tagen werden Mitarbeiter von Stadtbetrieb, Forstamt und Feuerwehr Bäume in der Nähe von Spielplätzen und Wohnbebauung kontrollieren, um Gefahrenstellen zu beseitigen.

Dass die Dachdecker nach besonders windigen Wetterlagen auch besonders viel zu tun haben, ist eine Erkenntnis, die nicht schwer zu erlangen ist. So auch nach „Friederike“, sagt der Obermeister der Dachdecker-Innung für die Städteregion Aachen, Dietmar Steinmetz: „Es sind eine Menge kleine, weniger einzelne große Schäden.“ So bewege sich die große Mehrzahl in einem Kostenbereich unter 1000 Euro, nur vereinzelt seien Schäden zwischen 3000 und 5000 Euro gemeldet worden.

Es handele sich in der Regel um lose oder heruntergewehte Dachpfannen, Fahnen oder Kaminabdeckungen. Nun sei die Auftragslage bei den Dachdeckern im Frühjahr sowieso schon sehr gut gewesen, erklärt Steinmetz, weil das Baugewerbe generell boome. Da sorgten Stürme wie der vom Donnerstag, auch wenn er Aachen nicht mit voller Wucht getroffen habe, für Auftragsspitzen. In der Konsequenz müssen Bauherren eventuell kurze Wartezeiten von vielleicht einer Woche in Kauf nehmen, weil die Sturmschäden Vorrang hätten.

Apropos Schäden: Einige Schulen in Nordrhein-Westfalen bleiben auch nach dem Abzug des Sturmtiefs geschlossen, weil die Gebäude erheblich beschädigt wurden. Nach Auskunft des städtischen Presseamts befindet sich jedoch keine von ihnen in Aachen. Dort waren nur geringe Schäden entstanden.

An der Grundschule Laurensberg wurden eine Glastür und ein Fenster beschädigt, auch am Einhard-Gymnasium ging eine Glastür zu Bruch. Vom Dach der Grundschule Vaalser Quartier wurden einige Dachziegel heruntergeweht und das Außentor der Hauptschule Burtscheid beschädigt. Die Schäden seien jedoch nicht erheblich, erklärte Björn Gürtler vom städtischen Presseamt.

Der Unterricht sei am Freitag überall in der Stadt wieder aufgenommen worden. Die städtischen Kitas sind größtenteils verschont geblieben. Lediglich auf dem Gelände der Kita Kleebach ist ein Baum umgestürzt, der Gebäude und Spielgeräte aber verfehlt hat und auf einer freien Fläche gelandet ist.