Neue Wege zur Sensibilisierung: Die unsichtbaren Behinderungen

Neue Wege zur Sensibilisierung : Die unsichtbaren Behinderungen

Es scheint eine normale Party zu sein: laute Musik, Essen und viele Leute. Doch ein Junge fühlt sich sichtlich unwohl und scheint überfordert mit der Situation. Er hält einen schwarzen Luftballon in der Hand. Die anderen fragen sich: Was hat der denn? Wieso ist der so komisch? Genau diese Szene stellten Schauspielschüler im Rahmen eines Filmprojektes des Vereines für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen und der Alexianer Aachen GmbH nach.

Das Thema der Szene ist Autismus. Eine solche „unsichtbare“ Behinderung wird von Außenstehenden oft falsch aufgenommen oder gar nicht verstanden. Genau darauf wollen die Initiatoren des Projektes, das durch die Aktion Mensch gefördert wird, eingehen und die Öffentlichkeit aufmerksam machen. Das große Ziel ist hierbei die Sensibilisierung.

„Behinderungen wie Autismus-Spektrum-Störungen oder psychische Erkrankungen kann man von außen nicht sehen. Dennoch machen sie für die Betroffenen viele Situationen sehr schwer. Sie fühlen sich dann schnell überfordert oder werden ganz falsch verstanden. Durch den Film haben wir für den ersten Einstieg in das Thema eine gute und kreative Lösung gefunden, um so viele Menschen wie möglich aufmerksam zu machen“, erklärt Daniela Jahn vom VKM.

Der Film solle natürlich genau die täglichen Herausforderungen der Betroffenen darstellen. Dafür habe man viel mit Autisten gesprochen und so das Konzept entwickelt. Im Alltag würden sie oft ausgegrenzt oder als „komisch“ empfunden. Mitmenschen wüssten häufig nicht, wie sie reagieren sollten. Das könne man im Film alles gut erkennen, betonte Gina Jansen von der Alexianer Aachen GmbH.

Neben dem Kurzfilm zum Thema Autismus entstehen noch drei weitere Filme zu psychischen Erkrankungen wie Angst- und Zwangsstörungen. Hier werden Szenen im Bus, im Supermarkt oder in einem Bewerbungsgespräch dargestellt. „Auch das sind ernstzunehmende Erkrankungen, die genauso oft auf wenig Verständnis treffen“, sagt Stefanie Schieder von VKM.

Alle Filme werden von Wolfgang Quest aufgenommen und im kommenden Sommer im Vorspann in verschiedenen Kinos zu sehen sein. Unter anderem auch im Cineplex Aachen und dem Apollo. „Wir wollen den Film auch Ausbildungsbetrieben zur Verfügung stellen, damit auch dort aufmerksam gemacht wird. Bis jetzt wurde uns überall großes Interesse und Wohlwollen entgegengebracht und die Idee mit offenen Händen empfangen. Die Aseag stellt uns einen Bus zur Verfügung. Das freut uns natürlich ungemein und erleichtert uns die Arbeit“, ergänzt Jahn.