Aachen: Die Triathletinnen: Bewegender Film über vier starke Frauen

Aachen: Die Triathletinnen: Bewegender Film über vier starke Frauen

„Es war keine Absicht, das im Film Wechselzeiten nur Frauen im Mittelpunkt stehen. Die starken Charaktere haben sich in den Film gedrängt“, meint Regisseur Guido Weihermüller mit Blick auf den Film „Wechselzeiten“, der derzeit im Apollo an der Pontstraße läuft.

Vier Frauen nehmen am Triathlon in Hamburg teil und werden bei ihren Vorbereitungen darauf dokumentarisch von einem Kamerateam begleitet.

Weihermüller erhoffte sich bewegende Geschichten und wurde reichlich belohnt. Die Frauen öffnen sich und erzählen von ihren Beweggründen, Ängsten und Hoffnungen. Und die Kamera liefert beeindruckende Bilder von ihrem ehrgeizigen Training im Wasser, auf dem Rad und beim Laufen.

„Würdest du dich trauen, an einem Triathlon teilzunehmen?“ Diese Frage hatte sich auch Weihermüllers Frau Silvia gestellt. 500 Meter in der Alster schwimmen, 22 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer laufen? Ist das zu schaffen für jemanden, der eigentlich gar nicht sportlich ist?

Ohne Hilfe sicher nicht, dachte Silvia Weihermüller und schloss sich der Hamburger Rookie-Gruppe an, in der Menschen aller Herkunft und Couleur auf den Triathlon vorbereitet werden. „Rookie“ bedeutet so viel wie Anfänger und das entspricht laut Silvia nicht ganz den Tatsachen. „Viele der Teilnehmer kamen vom Radrennsport oder sie waren Läufer oder Schwimmer“, erzählte sie dem Publikum im Apollo, nachdem der Film dort in einer Sondervorstellung gelaufen war. „Ich kam nur vom Yoga“, fügte sie bescheiden hinzu.

Ihre Triathlon-Erfahrung, die Menschen, die sie kennenlernte, und deren Geschichte zogen Silvia und auch ihren Mann so sehr in den Bann, dass sie beschlossen, einen Film darüber zu drehen. Guido Weihermüller als Regisseur, Silvia Weihermüller als Produzentin. Auch Guido Weihermüller hatte früher einmal an dem Triathlon teilgenommen und zehn Kilo dabei abgenommen.

Die Beweggründe der Menschen, die an den Start gehen, sind offensichtlich ganz unterschiedlich. Dabei erwiesen sich die Frauen als die spannenderen Personen, meint das Ehepaar. Vier Frauen nimmt der Film ins Visier, und jede von ihnen hat ihre ganz persönliche Geschichte. Adolé will ihren inneren Schweinehund überwinden, Kristina ist über 50 und ärgert sich, das ihr Alter beim Triathlon zum Thema wird, Cecilia läuft für ihren verstorbenen Vater und Sarah kämpft mit ihren Erinnerungen an den Tsunami, dessen Opfer sie wurde.

Der Zuschauer ist ganz nah bei ihnen, verfolgt ihre Fortschritte und auch ihre Zweifel aus nächster Nähe. Und er ist dabei, als sie nach zwölf Wochen extremer Vorbereitung durchs Ziel laufen. „Dieser Film ist eine super Werbung für den Triathlon“, meint Peter Fechter, Vorsitzender des DLC Aachen. Deshalb haben er und sein Vereinskollege Udo Renneberg den Film nach Aachen geholt.

Beide freuen sich, dass der Triathlon dabei als Breitensport rüber kommt. Auch im DLC wird eifrig dafür trainiert. Die einen erproben sich bei Wettbewerben in der Region, andere fliegen bis nach Hawai, um dort beim Triathlon dabei zu sein. Trainiert wird laut Fechter in verschiedenen Leistungskategorien. Von den 340 Mitgliedern des DLC sind 230 Triathleten. Zwei Mannschaften treten in der zweiten Bundesliga an.

Im Zuschauerraum der Sondervorstellung saßen viele Sportler. Und die Fragen nach dem Film bewiesen, das ihnen der Streifen gefallen hat. Am Dienstag ist der Film noch einmal um 18 Uhr im Apollo in der Pontstraße zu sehen.

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