Aachen: Die Salvatorkirche glänzt nach Restaurierung wieder

Aachen : Die Salvatorkirche glänzt nach Restaurierung wieder

„Es ist, als hätte man einen Schatz freigelegt“, meint Roland Tauber von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Und da gerade auch die Innenrestaurierung der Salvatorkirche ohne die finanzielle Unterstützung der Stiftung kaum möglich gewesen wäre, erinnert nun eine Plakette an ihr Engagement. 220.000 Euro hat die Innensanierung gekostet, die Stiftung gab 60.000 Euro dazu.

Und jetzt präsentiert sich die Kirche wieder so, wie sie einmal war. Das nachträglich eingefügte Kassettendach wurde abgetragen, so dass der Blick nun ungehindert bis in das prächtig verzierte Holzdach reicht. Damit haben sich laut Werner Wingenfeld, Bau- und Planungsdezernent Stadt Aachen, auch die gesamten Proportionen des Kircheninnenraums verändert. Die Wandmalerei, die bei den Arbeiten zum Vorschein kam, war zum großen Bedauern der Restauratoren nur noch teilweise erhalten.

Ein freigelegter Schatz: Roland Tauber von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (kleines Foto v.l.), Andre Bentz (Westlotto), Engelbert Chaumet (Stadt Aachen), Isabel Maier (Denkmalpflege) und Werner Wingenfeld (Stadt Aachen) sind von der Innenrestaurierung der Salvatorkirche begeistert. Foto: Andreas Steindl

Sie ergänzten sie nur andeutungsweise, so dass der Christus als Salvator mit den Evangelisten nun zum Teil wie hinter einem Schleier verborgen liegt. Dass die Kirche auch mit einer Fußbodenheizung ausgestattet wurde, ist laut Isabel Meier, Amt für Denkmalpflege, ein ganz großer Gewinn. Denn die Feuchtigkeit, die zuvor das Ambiente bestimmt habe, habe großen Schaden angerichtet, sagt sie.

Ein freigelegter Schatz: Roland Tauber von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (kleines Foto v.l.), Andre Bentz (Westlotto), Engelbert Chaumet (Stadt Aachen), Isabel Maier (Denkmalpflege) und Werner Wingenfeld (Stadt Aachen) sind von der Innenrestaurierung der Salvatorkirche begeistert. Foto: Andreas Steindl

Entsprechend umfangreich waren die Putzarbeiten, die ausgeführt werden mussten. Jetzt präsentiert sich die Salvatorkirche als schmuckes Kleinod, das laut Simone Pfeiffer-Bohnenkamp, Sozialwerk Aachener Christen, von den Nachbarn seit jeher wertgeschätzt wird. Um es in Zukunft auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, denke man an kulturelle Angebote, so Pfeiffer-Bohnenkamp. „Besonders geeignet ist die Kirche für kleinere Chöre oder Kammerkonzerte“, sagt sie.

Weitere Plakette für den Pavillon

Die Denkmalpfleger hatten aber noch eine weitere Plakette im Gepäck. Denn der kleine Pavillon an der Monheimsallee ist ein weiteres Schmuckstück, mit dem sich die Restauratoren befasst haben. Investiert wurden 50.000 Euro, 14.000 kamen von der Deutschen Stiftung Denkmalpflege. Auch er wurde jetzt mit einer Plakette mit der entsprechenden Danksagung versehen. Noch wird der Pavillon nicht genutzt, aber die Restauratoren können ihn sich etwa als Treffpunkt für einen Verein vorstellen.

Für Roland Tauber ist der Besuch in Aachen ein wahrer Genuss. Er bekomme bei seiner Tätigkeit die Gelegenheit, die schönsten Kleinode des Umlands kennenzulernen, sagt er. Und das gelte insbesondere auch für die Salvatorkirche.

Sie ist eine römisch-katholische Kirche aus dem Jahr 1886 und dem Salvator, lateinisch Erlöser, gewidmet. Das Sozialwerk Aachener Christen hat mit der Stadt Aachen einen Nutzungsvertrag für die Kirche und das ehemalige Kloster abgeschlossen.

Laut Simone Pfeiffer-Bohnenkamp ist die Kirche sehr beliebt und wird gerne für Taufen und auch für Trauungen gebucht. Da sie jetzt Dank der neuen Heizung auch im Winter nutzbar ist, werden sich die Anfragen voraussichtlich auch in diesen Monaten häufen, vermutet sie.