Angebliche Giftköder: Die Sache mit dem „Hundehasser“ in Eilendorf war ganz anders

Angebliche Giftköder: Die Sache mit dem „Hundehasser“ in Eilendorf war ganz anders

Ein „Hundehasser“ präpariert Köder, entweder mit Gift oder Rasierklingen. Dann legt er diese Köder, die für Tiere appetitlich aussehen, an Stellen aus, die häufig von Hundehaltern und ihren Vierbeinern frequentiert werden.

Immer wieder liest man von solchen Horrorgeschichten in den Sozialen Netzwerken. Selten wird so ein Vorfall tatsächlich von der Polizei bestätigt, oft bleibt es bei Gerüchten. Und nachdem die Leitstelle der Aachener Polizei am Donnerstag mitgeteilt hatte, dass in Eilendorf tatsächlich Giftköder gefunden worden waren – stellte sich auch diese Meldung als genau das heraus: als Gerücht.

Was war passiert? Im Aachener Ortsteil Eilendorf hatte eine Augenzeugin beobachtet, wie ein 72-Jähriger etwas im Bereich der Krebsstraße verteilte. Sogleich informierte sie Polizei. Aufgrund der genauen Personenbeschreibung konnten die Beamten den Tatverdächtigen schnell ausfindig machen. Parallel dazu verbreitete sich die Nachricht über den Giftköder-Fund im Netz wie ein Lauffeuer.

Dabei war alles ganz harmlos: Der Mann, der seinen Wohnsitz in der Aachener Innenstadt hat, war bislang vollkommen unauffällig und macht keine Angaben dazu, warum er die vermeintlichen Köder verteilt hatte. Konnte er auch nicht, denn es war kein Köder. „Der Mann war geistig verwirrt und orientierungslos“, sagt Bianka Geers von der Pressestelle der Polizei am Freitag auf Anfrage. Das, was an der Krebsstraße gefunden wurde, sei auch kein Giftköder gewesen, sondern getrockneter Tierkot. „Dass am Donnerstag in Eilendorf ein Hund verstarb, hat mit dem verwirrten Mann gar nichts zu tun. Das war reiner Zufall“, betont Bianka Geers.

Doch das wussten die Polizisten am Donnerstagnachmittag eben noch nicht. Als dann, eine kurze Zeit später, aus Eilendorf ein Anruf einging, dass ein Hund verstorben sei, setzte die Polizei eine offizielle Pressemitteilung ab, um Hundehalter vor den Giftködern zu warnen. Die Nachricht war in der Welt.

Einen ähnlichen Fall hatte es im April in Alsdorf gegeben: Damals hatten zwei Hunde Vergiftungserscheinungen gezeigt, nachdem sie bei einem Spaziergang vermutlich von einem Stück Leberwurst und einem Stück Kuchen gefressen hatten. Ein Tatverdächtiger konnte damals nicht ermittelt werden. Im Jahr 2016 war ein ähnlich gelagerter Fall im Raum Düren bekannt geworden.

„Auch bei uns kommen immer mal wieder Meldungen über Giftköder an“, sagt Holger Behnend von der Pressestelle der Städteregion. Dort ist das Veterinäramt angesiedelt. Diesen Meldungen gehe man auch nach, doch bislang seien die Ermittlungen immer im Sande verlaufen.

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