Aachen: Die Route Charlemagne beginnt am Katschhof

Aachen : Die Route Charlemagne beginnt am Katschhof

Das Bauhaus Europa ist endgültig Geschichte, doch der Katschhof rückt plötzlich wieder ins Blickfeld, wenn es darum geht, ein Nachfolgeprojekt für den beim Bürgerentscheid mit Pauken und Trompeten durchgefallenen Neubau zwischen Dom und Rathaus zu finden.

Das renovierte Verwaltungsgebäude soll nämlich eine zentrale Anlaufstelle und zum Teil auch Ausstellungsort der „Route Charlemagne” werden. Dafür sprach sich am Mittwoch der Hauptausschuss einstimmig aus, der mit seinem Votum den Weg für die weitere Entwicklung der „Route” frei machte.

Was soll diese Route Charlemagne sein? Zunächst einmal wesentlich mehr als ein einmaliger Beitrag zur Euregionale 2008. Auf viele Jahre ist der Prozess angelegt, in der Innenstadt eine Art historischen Stadtrundgang von Karl dem Großen über die Geschichte Europas bis hin in die Gegenwart zu etablieren.

Ein Projekt, das Aachen als europäische Kultur- und Wissensregion dokumentieren soll. Manche Orte stehen für sich - Dom, Domschatzkammer -, manche sollen zum Teil oder ganz inhaltlich neu aufgestellt werden - Grashaus (Museum, außerschulischer Lernort), Zeitungsmuseum, die Kirche St. Paul (als eine Art Karls-Museum). Hinzu kommt eine enge Vernetzung mit der Hochschule, die sich im wahren Wortsinn öffnen, wissenschaftliche Schaufenster anbieten soll. Auch Aachener Museen sind in einer späteren Phase in diese „Route” integriert.

Der Hauptausschuss beschloss jetzt, Ideenskizzen des Maastrichter Büros „maurer united” zur Grundlage der weiteren konzeptionellen Arbeit zu machen. Manche Aspekte anderer Büros, die zum Beispiel auf den Einsatz moderner Kommunikationsmittel abzielten oder besondere Ausstellungskonzepte vorschlugen, werden ebenfalls in die weiteren Überlegungen einbezogen.

Die Zeit drängt, ein schlüssiges Konzept aufzustellen. Daher soll zunächst auch nur ein Teil der für die Route vorgesehenen Projekte konkreter weiter verfolgt werden. Dabei handelt es sich um das Grashaus, das Rathaus und St. Paul, das Verwaltungsgebäude am Katschhof, das Zeitungsmuseum sowie einen im Schatten von St. Michael an der Jesuitenstraße geplanten Euregiopark und eine Art „Schulmauer” an der Pontstraße, bei der interaktiv europäische Themen abgehandelt werden können. Diese Objekte könnten zur Euregionale im kommenden Jahr als erster Teil der „Route” vernetzt dargestellt werden, so die Verwaltung.

Im August soll der so genannte Masterplan vorliegen, über den der Rat zu befinden hat. Die Gesellschafter der Euregionale wiederum würden Anfang Oktober befinden, ob und wenn ja in welchem Rahmen sie das Bauhaus-Nachfolgeprojekt denn mit Euregionale-Mitteln ausstatten wollen.

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