Die Woche in Aachen: Die Pläne von „Fridays for Future“ sind ambitioniert und mutig

Die Woche in Aachen : Die Pläne von „Fridays for Future“ sind ambitioniert und mutig

Das hat die Stadt Aachen noch nicht gesehen: Bis zu 20.000 Menschen aus 17 Ländern wollen in einer Woche für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Sonderzüge und Busfahrten sind geordert. Zwei Bands haben ihre Auftritte angekündigt.

Ein Parkhaus wird mit Isomatten und Schlafsäcken kurzerhand zum „Parkhotel“ für junge Demon­stranten umfunktioniert. Und organisiert wird das Ganze nicht etwa von einem professionellen Team mit jahrelanger Eventerfahrung. Sondern von einer Gruppe junger Menschen, von denen einige nicht mal alt genug sind, um ein Auto fahren zu dürfen. Ganz schön ambitioniert. Und ganz schön mutig.

Für die Aktiven von „Fridays for Future“ ist der internationale Streiktag am 21. Juni eine Herausforderung. Und nicht nur für sie. Wie stark die Stadt Aachen als Versammlungsort und die Polizei als Versammlungsbehörde mit Blick auf das Großevent gefordert sind, wurde in dieser Woche besonders deutlich. Sicherheitskonzepte müssen erstellt, Straßensperrungen organisiert werden. Die Zeit drängt. Und es ist davon auszugehen, dass die Absprache mit jungen Menschen, die bis vor wenigen Monaten nicht wussten, wie man eine Demonstration anmeldet, sicherlich nicht immer einfach ist. So engagiert sie auch sein mögen. Auch für diejenigen, die nichts mit der Jugendbewegung zu tun haben (wollen), könnte dieser Tag zur Belastungsprobe werden. „Die Stadt wird zu sein“, warnte Polzei-Einsatzleiter Thomas Dammers vor massiven Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Darauf sollte sich jeder schon jetzt einstellen. Und das Auto, wenn möglich, stehen lassen.

Klar ist aber auch: Das Demon-
strationsrecht ist im Grundgesetz verankert und muss geachtet und geschützt werden – auch und gerade dann, wenn es mal unbequem wird. Mit Artikel 8 sollten sich vielleicht all jene nochmal vertraut machen, die bevorzugt in den Sozialen Netzwerken gegen „Fridays for Future“ wettern. Dort gehören „Schulschwänzer“ und „scheinheilig“ noch zu den netteren Formulierungen. Kurze Randnotiz: An den meisten Schulen ist am kommenden Freitag nach Fronleichnam schulfrei. Gestreikt wird trotz Brückentags. Fest steht aber auch: Die Schüler stehen unter genauer Beobachtung. Dessen sollten sie sich bewusst sein.

Die Woche in Aachen: Sie hat mit dem tödlichen Unfall am Haarener Ortseingang auch erschüttert. Schon wieder ist eine Radfahrerin auf Aachens Straßen tödlich verunglückt. Der genaue Unfallhergang ist noch unklar. Die Anteilnahme ist groß. Seit Freitag steht also an fünf Stellen in Aachen ein Ghostbike als Mahnmal. Jedes einzelne ist eins zu viel. Fahren Sie vorsichtig.