Die Neuen sind da: Semesterstart an der RWTH Aachen

RWTH begrüßt neue Studierende : Mehr als 8200 Studis starten in Aachen

Architekten, Mediziner und Maschinenbauer: Für Tausende beginnt ein neuer Lebensabschnitt an der RWTH.

„Wow, ein so voller Hörsaal“, sagt Prof. Ulrich Rüdiger und lässt seinen Blick über Hunderte von neugierigen Gesichter im Hörsaal schweifen, „... und niemand bewirft mich mit Papierfliegern.“ Am Montag begrüßte der Neue gutgelaunt die Neuen – der Rektor der RWTH die Studierenden des ersten Semesters. Und weil das so viele sind, fand die Ansprache gleichzeitig in zwei Hörsälen statt. Und das auch noch zu drei unterschiedlichen Uhrzeiten.

„Oha, ist das groß“, murmelt ein Student, als er einen der riesigen Räume des CARL betritt. Der viele Platz ist nötig: 8252 Neu-Einschreibungen zählt die RWTH in diesem Semester, darunter Maschinenbauer, Elektrotechniker, Mediziner, Architekten und angehende Experten in den vielen anderen Fachrichtungen. Demgegenüber stehen 7165 Absolventen. Schon wird deutlich: Nicht jeder von wird das Studium schaffen. „Es ist aber überhaupt nicht schlimm, wenn man nach einem Semester merkt, dass man mit dem Studium nicht glücklich ist“, beruhigt Rüdiger seine Zuhörer.

Was ist im Hörsaal erlaubt?

Für Rektor Ulrich Rüdiger war die Begrüßung der neuen Studierenden eine Premiere. Er ist seit diesem Sommer im Amt. Foto: Harald Krömer ZVA/Harald Krömer

Einerseits dient die Begrüßung des Rektors dazu, die Angebote der Universität vorzustellen, andererseits auch, um Tipps fürs Studieren mitzugeben. Auf amüsante Art soll den Studierenden deutlich gemacht werden, was in einer Vorlesung erlaubt ist und was nicht. Beispiele: Die Mikrowelle sollte Zuhause bleiben, ebenso das Bügeleisen, zeigt ein kurzes Video. Ulrich Rüdiger selbst hat noch einen weiteren – auf den ersten Blick paradoxen – Tipp: „Studieren Sie mal ein Semester nicht an der RWTH.“ Gemeint ist an dieser Stelle ein Auslandssemester, das der Ansicht des Rektors nach neben dem Fachwissen auch die Persönlichkeit stärke.

Für Rüdiger war die Ansprache eine Premiere. Anfang August übernahm er die Stelle des RWTH-Rektors, im vergangenen Jahr hatte noch Ernst Schmachtenberg die Erstsemester begrüßt. Rüdiger war zuvor acht Jahre lang Rektor der Universität Konstanz. Fremd ist dem neuen RWTH-Chef seine Arbeitsstelle aber nicht. „Vor dreißig Jahren habe ich hier Physik studiert“, erzählt er. Seitdem habe sich viel geändert, aber nicht alles. „Den Unicup gab es schon damals“, erinnert sich Rüdiger. Bei dem fast schon legendären Eishockeyturnier treten jedes Jahr verschiedene Studiengänge gegeneinander an. Die Tickets für die Zuschauer sind heiß begehrt. Andere Dinge seien neu, zum Beispiel das große Spektrum an Sportangeboten. „Das ist Sport dabei, den kennen weder Sie noch ich“, versichert er.

Neben dem Rektor stellte sich auch der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) vor, der studentische Interessen gegenüber der Hochschule, Stadt und Öffentlichkeit durchsetzt. „Wir haben hier sehr viel Mitspracherecht“, betont der Vorsitzende Jannis Koesling.

Höhepunkt der Einführungswoche gibt es dann am Donnerstag. Dann werden wieder tausende „Erstis“ bei der Stadtrallye mit Dosenbier und Verkleidungen durch Aachen wuseln.