Aachen: Die neue Bühne im Kennedypark ist fertig

Aachen: Die neue Bühne im Kennedypark ist fertig

Die Bühne im Kennedypark war umstritten. Die einen wollten sie überhaupt nicht, andere konnten sich nur eine transportable Bühne vorstellen, die auch an deren Orten einsetzbar ist - während der Arbeitskreis Kennedypark rund um Helmut Reuling, Richard Okon und Heike Ohlmann, die im Fachbreich Stadtentwicklung und Verkehrssicherheit die Projektleitung „Umgestaltung Kennedypark” innehatte.

Feuer und Flamme waren. Die Kritiker monierten vor allem zu hohe Kosten, ließen aber außen vor, dass keine Mittel aus der Städtebauförderung geflossen wären, wenn beispielsweise eine transportable Bühne angeschafft worden wäre.

Kritischer Oberbürgermeister

Am Donnerstag wurde das Werk, das so lange auf sich warten ließ, der Presse vorgestellt - offizielle Eröffnungsfeier wird am Freitag, 17. Juni, zwischen 15 und 17 Uhr sein. Dann gibt es ein großes Fest, das vor allem von Grundschulen und Jugendheimen angeboten wird.

„Ich stehe zur Bühne, obwohl auch ich im Vorfeld kritische Fragen hatte”, versicherte Oberbürgermeister Marcel Philipp. 147.000 Euro waren für die sogenannte wandelbare Bühne veranschlagt, mehr kostete sie letztendlich auch nicht. Für Philipp sind diese 147.000 Euro eine Investition, die sich für die Menschen des Ostviertels lohnt. Eine Investition, die Kultur erlebbar mache.

Wenn die Bühne zusammengeschoben ist, sieht sie aus wie ein auf einem großen Betonsockel stehendes Tor. Der Clou ist, dass per Kurbel das Dach aufgezogen wird, damit beispielsweise die Kinder, die übernächsten Freitag auftreten, nicht vom üblichen Aachener Regen bis auf die Haut durchnässt werden. Per Hand geschieht das, einfallsreiche Technik macht es möglich, da wird niemals die Elektronik streiken.

„Die Bühne steht allen Einrichtungen, Vereinen, Musik-, Film- und Theatergruppen zur Verfügung. Und kann auch von Menschen genutzt werden, die sich in irgendeiner Form im sozialen oder kulturellen Bereich engagieren, auch über das Ostviertel hinaus”, warb der Leiter des Spielhauses im Kennedypark, Helmut Reuling, der vorerst auch die Terminorganisation übernommen hat und unter helmutreuling@googlemail.com erreichbar ist.

Reuling zeigte sich überzeugt davon, dass die Bühne stark genutzt werden wird, die erste große Bewährung hat sie am Multikultitag, der am Sonntag, 3. Juli, sprichwörtlich über die Bühne gehen wird.

Im Kostenrahmen wären die Planer allerdings nie geblieben, wenn die Stahlbaufirma Klotz & Gangloff und das Bauunternehmen Schlun nicht einem Pauschalpreis zugestimmt hätten. In dem Zusammenhang wurde auch die Firma Deubner erwähnt, die kostenlos Bauzaun und Bagger ausgeliehen hatte, damit das umstrittene Projekt endlich zu einem guten Ende kommen konnte.

Die Planung der Bühne ging auf einen Entwurf der damaligen polnischen Studentin Kasia Osiecka zurück, erzählte Prof. Martin Trautz vom RWTH-Lehrstuhl für Architektur, „der Fachbreich Stadtentwicklung hate die Bearbeitung dieser Aufgabe am Lehrstuhl für Tragkonstruktion angeregt”, sagte Trautz. Ein mehrstufiger Auswahlprozess habe stattgefunden, der Arbeitskreis Kennedypark wählte den Entwurf aus und setzte auch die Vorgaben: Die Bühnentechnik sollte einfach zu bedienen sein, eine vandalismussichere Ausführung wurde gefordert und vor allem legten die Mitglieder des Arbeitkreises Wert auf die vielfältige Nutzungsmöglichkeit. Schließlich übernahm das Büro von Prof. Trautz die Planung.