Aachen: Die letzte Gruppe geht immer in Orange

Aachen: Die letzte Gruppe geht immer in Orange

Gerade noch liegen Bonbonpapiere, Luftschlangen und übrig gebliebene Kamelle am Straßenrand, da fährt die Großkehrmaschine durch und schon ist der gerade Karnevalszug, der gerade vorbeigezogen ist, fast nur noch zu erahnen. Die letzte Gruppe der beiden großen Karnevalszüge in Aachen an Tulpensonntag und Rosenmontag ist traditionsgemäß die „Orangene Truppe“.

Mit Klein- und Großkehrmaschinen, Pritschenfahrzeugen, Abfallsammelfahrzeugen, Werkstattwagen und natürlich zu Fuß waren an den beiden Tagen insgesamt 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreinigung im Einsatz.

Arm in Arm im Kampf gegen den Müll. An Karneval sind alle Kräfte im Einsatz. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser

So ein Großeinsatz will vorbereitet sein. Seit Dezember haben Dieter Lennartz, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, und Dieter Bohn, Bereichsleiter Stadtreinigung, den Einsatz der „Orangenen Funken“, wie Bohn „seine“ Einsatzgruppe nennt, geplant. Dazu gehört weit mehr als die Straßenreinigung nach dem Kinder- und Rosenmontagszug. Im Vorfeld ist bei den Sondergenehmigungen viel abzustimmen, heißt es bei der Stadt: Wo findet wann welche Veranstaltung statt? Und muss der Aachener Stadtbetrieb dort Aufgaben übernehmen?“ Diese Fragen müssen immer beantwortet werden. Schließlich muss die Stadtreinigung des Aachener Stadtbetriebs alle Veranstaltungsorte betreuen

Und so herrscht ab Weiberfastnacht in der Abteilung des Stadtbetriebs höchste Aufmerksamkeit, denn das närrische Treiben bedeutet auch jede Menge Arbeit. „An den Karnevalstagen brauche ich alle“, sagt Dieter Bohn. „Selbstverständlich gehen wir als Bereichs- und Abteilungsleiter auch mit und packen genauso mit an.“

Zwölf Tonnen Müll

Den Sonntag gilt dabei noch als Generalprobe. Wegen der zahlreichen kleineren Züge in den Stadtteilen wie Lichtenbusch, Richterich, Eilendorf und Brand teilen sich die Mitarbeiter auf und werden in ihren Aufgaben von den Grünkolonnen des Stadtbetriebs unterstützt. Beim Kinderzug in der Innenstadt sind dann 40 Mitarbeiter entweder zu Fuß im Einsatz oder fahren Lkw und Kehrmaschinen. Zwischen fünf und sechs Tonnen Müll sammeln sie allein nach den Zügen am Karnevalssonntag. Insgesamt sind an den beiden Tagen diesmal rund zwölf Tonnen Fastelovvendsabfall zusammengekommen.

In einem großen Funknetz sind ist die Stadtreinigung auch mit den Einsatzkräften der Polizei und mit den Hilfstruppen der Verkehrskadetten verbunden, die den Reinigungstrupps den Rücken freihalten. „Für uns alle ist es selbstverständlich, dass kein Tropfen Alkohol im Spiel ist, auch nicht am Vorabend“, erzählt Dieter Bohn. „Das wäre viel zu gefährlich mit all den Fahrzeugen und Maschinen.“ Im Team werde immer wieder der Platz getauscht, damit alle mal entlastet werden. „Denn das ist harte körperliche Arbeit“, sagt Bohn.

Dennoch freuten sich die Mitarbeiter auch auf ihren besonderen Einsatz an Karneval, sagt der Bereichsleiter. Während alle anderen feiern und sie arbeiten, bekommen sie auch schon mal das ein oder andere nette Wort zu hören. „Da bekommen die Jungs die Anerkennung für das ganze Jahr.“

Mehr von Aachener Nachrichten