Aachen: Die Kreuzzüge mit historischen Marionetten filmisch in Szene

Aachen: Die Kreuzzüge mit historischen Marionetten filmisch in Szene

Die Kreuzzüge aus arabischer Sicht und mit historischen Marionetten filmisch in Szene gesetzt: Diese Arbeit des ägyptischen Filmkünstlers Wael Shawky faszinierte Dr. Brigitte Franzen, Leiterin des Ludwig-Forums, so sehr, dass sie das Video unbedingt nach Aachen holen wollte.

In der Ausstellungsreihe „Videozone“ wird „Cabaret Crusades: The Horror Show File“ jetzt bis zum 26. Januar im Space des Ludwig Forums zu sehen sein. Die offizielle Eröffnung ist am Freitagabend um 20 Uhr.

„Es ist eine ganz besondere Magie, die über das Puppenspiel übertragen wird“, meint Brigitte Franzen. Dass die Protagonisten ausschließlich arabisch sprechen, vermittele einen neuen Blick auf den Orient.

Und tatsächlich entführt der mit englischen Untertiteln versehene Film den Betrachter auf beeindruckende Weise in die arabische Welt. In der Trilogie der Kreuzzüge gehe es nicht so sehr um eine Aufarbeitung der Geschichte als vielmehr um die arabische Perspektive, so Miriam Lowak, Kuratorin der „Videozone“.

Shawky spielt Ereignisse nach, die eine Schlüsselrolle für die nachfolgenden Entwicklungen einnehmen, und die bis heute das Verhältnis zwischen arabischer Welt und den Westen prägen.

Die Rede Papst Urbans des II. auf dem Konzil von Clermont , in der er 1095 zur Befreiung von Jerusalem aufruft, bringt die Ereignisse in Gang, die vier Jahre später mit der gewaltsamen Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer enden.

Grausamkeit

Die Grausamkeit der Kreuzzüge wird durch den Einsatz der Marionetten noch verstärkt. Shawky hat sie mit historischen Kostümen versehen und lässt sie mit dem Schwert in der Hand kriegerische Auseinandersetzungen spielen. Die filmische Darstellung macht das Betrachten des Videos dabei zu einem Erlebnis.

Und wer beim ersten Teil der Trilogie auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich in Düsseldorf den zweiten ansehen. Der dritte Teil dagegen ist laut Franzen noch in Arbeit. Sie hat beim Blick auf die Kreuzzüge vor allem auch fasziniert, wie viel Zeit politische Veränderungen brauchen. Und denkt dabei an den arabischen Frühling und Ägypten.

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