Aachen: Die „Kostbar“ lässt den Vorhang fallen

Aachen : Die „Kostbar“ lässt den Vorhang fallen

Das Theater Aachen muss einen neuen Caterer für seinen Kantinen- und Cafébetrieb finden. Die „Kostbar“, ein Ableger von Via Integration mit Sitz auf Gut Hebscheid, hat die Zusammenarbeit zum Ende der laufenden Spielzeit gekündigt.

„Wir scheiden in Frieden“, sagt Theater-Verwaltungsdirektor Udo Rüber. Maria Poquett, Leiterin von Via Gastronomie, habe mit ihrem Team einen tollen Job gemacht und vor allem überaus flexibel auf die besonderen Herausforderungen im Theaterbetrieb reagiert.

Zur Besonderheit gehört etwa das sehr punktuelle Geschäft, das in den Theaterpausen 700 Menschen und mehr an die Bar strömen lässt, die nur wenig später alle wieder weg sind. Zur Besonderheit gehört aber auch eine Theaterkantine, in der der Andrang der insgesamt knapp 300 Theater-Beschäftigten im Großen Haus schwer einzuschätzen ist, weil er von den jeweiligen Produktionsgrößen im Haus abhängt.

Weil Schauspieler und Bühnenarbeiter nicht gerade üppig bezahlt werden, muss die Kantine zudem sehr preisgünstige Gerichte anbieten. Zur Besonderheit gehört schließlich auch ein Café, das seit Bestehen nie das Publikum in ausreichend großer Zahl gezogen hat, um in die Gewinnzone zu kommen.

Sowohl Café als auch Kantine seien ein Zuschussgeschäft, das über die Gewinne aus den Verkäufen während der Theatervorstellungen finanziert werden müsse, sagt Maria Poquett. Sie habe in all den Jahren versucht, diese Kosten aufzufangen, wegen der Umsatzrückgänge könne sie sich dies aber nun „definitiv nicht mehr leisten“.

Um die fünf Arbeitsplätze und ihre eigene halbe Stelle, die daran hängen, habe sie gekämpft. Nun aber müsse sie den Via-Beschäftigten im Theater die Kündigung zu stellen. „Echt bitter“, nennt sie das, weil es eben auch Arbeitsplätze für Menschen mit Handicaps sind.

Begonnen hat die Zusammenarbeit mit dem Theater Aachen im Jahr 2003. Im 15. gemeinsamen Jahr geht sie nun zu Ende. Wie es weitergeht, ist noch offen. Bewerber für die Bewirtung sollen laut Rüber in Kürze per Ausschreibung gesucht werden.

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