Aachen: Die Kirche lässt Arbeitslose nicht im Stich

Aachen: Die Kirche lässt Arbeitslose nicht im Stich

„Arbeitslos? Abgestempelt?” Die Antwort des Aachener Regionaldekans, Josef Voß, ist: „Kirche lässt Sie nicht allein.”

Seit die rot-grüne Landesregierung wieder Geld locker machte, was vorher von schwarz-gelb ersatzlos gestrichen wurde, geht es mit den katholischen Beratungsstellen in der Städteregion, sprich Stadt und ehemaliger Kreis, wieder bergauf. Die kirchlichen Einrichtungen wollen ihre Arbeit ausweiten, nur andere Schwerpunkte setzen, die teilweise aber auch vom Gesetzgeber vorgegeben sind.

So werden die früheren Arbeitslosenzentren, die vor allem als Treff für vom wirtschaftssystem gebeutelte Menschen funktionierten, jetzt zu Beratungsstellen, in denen konkrete Hilfen vermittelt werden. In den Beratungsstellen soll über mögliche Perspektiven der Arbeitlosen nachgedacht werden. Es wird versucht, neue und erfolgreiche Wege in die Arbeit zurück zu finden.

Berufliche Beratung

Die Arbeit der Beratungszentren ist eine ganz andere als die der Jobzentren. Laut Simone Pfeiffer vom Sozialwerk Aachener Christen geht es in den Jobzentren zwar auch darum, mögliche Perspektiven für die Zukunft der Arbeitslosen zu finden, sonst jedoch hauptsächlich um berufliche Beratung. Nicht so in Beratungsstellen: „Wir sehen den ganzen „Menschen mit all seinen Problemen”, erklärt Simone Pfeiffer.

Karin Linzenich beispielsweise vom Arbeitslosenzentrum AHA 100 in Haaren, sieht gerne, wie Arbeitslose das Zentrum mit neuem Selbstvertrauen und neuer Stärke verlassen. Nicht nur Arbeitslose, auch Ein- Euro-Jobber sind in dem Arbeitslosenzentrum willkommen. Viele von ihnen tauschen sich mit den Arbeitslosen aus, können sich in ihre Situation hineinversetzen und so neuen Mut machen.

Der Vorsitzende vom Katholikenrat Aachen-Land. Alfons Bäumer, ist es wichtig, geeignete Orte für Beratungsstellen zu finden: „Es muss nach kurzer Zeit ein ?Hier bin ich angenommen - Gefühl entstehen.”

Einer dieser Orte ist der Aachener Josefplatz im Ostviertel. Seit jeher war das Ostviertel von Arbeitern und kleinen Angestellten geprägt. Jetzt leben auch viele Menschen im Beritt, die dringend der Hilfe bedürfen. „Es muss ein offenes Ohr und eine helfende Hand angeboten werden”, fordert Bäumer.

Die Beratungsstellen müssen natürlich auch finanziert werden. Da reicht die Finanzspritze des Landes bei weitem nicht. Deshalb wird die Kollekte vom 7. und 8. Mai für die Beratung von Arbeitslosen zur Verfügung gestellt, auch Kirchensteuermittel werden benötigt.

Mit dem Sozialdezernenten der Städteregion, Günter Schabram, haben kirchlichen Träger Gespräche geführt, die „fruchtbar waren” (Voß).

„Das was wir bieten, können die Arges gar nicht leisten”, ist Andris Gulbins von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) klar. Die Beratungstellen, fünf an der Zahl mit zusammen 5000 Beratungsgesprächen jährlich, leisteten weitergehende Hilfe.