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St. Bonifatius in Aachen: Die Historie rund um die alte Notkirche

St. Bonifatius in Aachen : Die Historie rund um die alte Notkirche

Geschichte von St. Bonifatius in Forst zeigt eine gut 80 Seiten starke Broschüre. Erstellt haben sie Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaft.

Im Jahr 2013 erwarb die junge Wohnungsbaugenossenschaft von der katholischen Kirche ein Baugrundstück in der Mataréstraße, um dort ein Wohnhaus zu errichten. Im Frühjahr 2016 war das Gebäude fertig, 15 Personen wohnen aktuell darin. Auf dem Grundstück befindet sich noch eine Holzbaracke, die ehemalige Notkirche der Gemeinde St. Bonifatius. Deren baulicher Zustand ist kritisch, für Erhalt und Instandsetzung fehlt der jungen Genossenschaft schlicht das Geld. So wurde der Abriss der ehemaligen Notkirche beschlossen.

 Schon während der Bauzeit des Wohnhauses kamen immer wieder Menschen vorbei, die erzählten, dass sie in der Notkirche zur Kommunion gegangen seien oder dort ihre Jugend verbracht hätten. Aus Respekt vor der Bedeutung, die die Notkirche offenbar für einige Menschen noch hatte, entstand die Idee, den Forstern die Gelegenheit zu geben, sich zu verabschieden und die Geschichte der Notkirche festzuhalten. Im September 2019 gab es ein Nachbarschaftsfest in der Mataréstraße. Die Resonanz war für die drei Organisatorinnen überwältigend, es kamen deutlich mehr Menschen als erwartet. Und fast alle waren bereit, ihre Erinnerungen und Fotos mit Dagmar Erwert, Gitta Dreisow und Maria Feldhaus zu teilen.

Gesammelt und niedergeschrieben ist alles in der Broschüre „Geschichte und Geschichten rund um die Notkirche St. Bonfatius“. Wiedergegeben wird darin auch die wechselvolle Geschichte der Notkirche selbst – von der ersten Idee einer Kirche in Unterforst bis hin zum Verkauf an die LebensWeGe – akribisch von Wolfgang Müller-Lutz rekonstruiert. Für die Gestaltung des Heftes sorgte Barbara Palka-Gester.  Alle, die mit Erzählungen, Fotos, Plänen und Zeitdokumenten zur Entstehung der Broschüre beitrugen, haben inzwischen ein Exemplar erhalten.

 Die Bewohner der Matarestraße 14 haben das Wohn-Projekt seinerzeit gegründet, weil sie bewusst solidarische, freundschaftliche Nachbarschaftsbeziehungen eingehen wollten. Das Interesse an den Nachbarn beschränkt sich aber nicht auf die Hausbewohner. Gewünscht sind Kontakte zu den Menschen im unmittelbaren Umfeld, den direkten Nachbarn, aber auch zu den Menschen im Viertel. Neben dem regelmäßig stattfindenden Nachbarschaftsfest war die Erstellung der Broschüre ein weiterer Beitrag zur Quartiersarbeit, der sich die Projektbewohner verpflichtet haben. In Planung ist bereits eine weitere Aktion, die die Bewohner des Viertels im Mai an einem langen Tisch zusammen bringen sollte. Wegen der aktuellen Situation wurde diese zunächst verschoben, aber sie soll auf jeden Fall stattfinden.

Noch sind einige Broschüren verfügbar. Wer ein Exemplar haben möchte schreibt eine E-Mail an notkirche@lebenswege-aachen.de. Das Heft wurde aus Mitteln des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW finanziert.

Kosten entstehen den Bestellern deshalb allenfalls für den Postversand, die Broschüre selbst wird gratis abgegeben.

(mg)