Aachen: Die Hexenwelt trifft auf die Alltagswelt

Aachen: Die Hexenwelt trifft auf die Alltagswelt

Die kleine Hexe ist sehr wütend: Sie ist zwar schon 127 Jahre alt, aber dennoch zu jung, um in der Walpurgisnacht mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg zu tanzen. Trotzdem will sie unbedingt — natürlich heimlich — bei dem schaurig-schönen Fest mitmachen.

Auch wenn ihr Freund Abraxas ihr das auszureden versucht, traut sie sich unter die anderen Hexen. Die bekannte Geschichte von Otfried Preußler über die „Kleine Hexe“ gibt‘s nun am Theater Aachen zu sehen.

Natürlich wird die Hexe auf dem Blocksberg erwischt und muss alsbald der strengen Oberhexe beweisen, dass sie eine sehr gute Hexe ist und auch die Hexenprüfung vor der nächsten Walpurgisnacht schaffen kann.

Mit Swanton und Seiler

Nele Swanton, die bereits in „Schaf“ alle begeisterte, spielt die kleine Hexe. Auch in „Der goldene Drache“ war die Tochter eines irischen Vaters und einer belgischen Mutter zu sehen. Jetzt gehört sie fest zum Ensemble des Theater Aachen. Robert Seiler, der fast eine Fußballkarriere bei Mainz 05 gemacht hätte, ist in Aachen längst kein Unbekannter mehr und konnte in höchst unterschiedlichen Rollen überzeugen. Er spielt den Raben Abraxas, der ja auch der Erzähler ist.

Der berühmte Autor Otfried Preußler (1923-2013) schrieb 1957 die Geschichte der „Kleinen Hexe“ ursprünglich für seine drei Töchter, um für sie „das Böse wegzuhexen“. Die Dramaturgin Katharina Rahn setzt stark auf die „sehr liebevoll und auch witzig erzählte Handlung“, die jetzt als „Familienstück“ alle Altersstufen (ab sechs Jahre) erfreuen soll. Der Musiker Malcolm Kemp hat eigens für Kinder einen besonderen Soundtrack geschaffen, der in die Aufführungen eingespielt wird.

Kritisches Publikum

Dass Kinder ein besonders aufmerksames und kritisches Publikum sind, wissen Regisseurin Dora Schneider und Theaterpädagogin Mira Loos nur zu gut. So spricht auch der Rabe direkt das Publikum an — das Ganze ist ein echtes Gruppenerlebnis, die anderen Mitwirkenden verkörpern bis zu fünf verschiedene Figuren.

So spielt zum Beispiel Mirko Roggenbock nicht nur die Muhme Rumpumpel, sondern auch das Holzweib, den Maronimann und den Schneemann. Zwei Welten, die Hexenwelt und die Alltagswelt mit kuriosen und originellen Figuren stoßen da aufeinander — „eine bunte Typisierung mit Witz“ versprechen die Macher. Und auch mit den Kostümen wird „gezaubert“.

90 Minuten mit Pause dauert die Aufführung für die ganze Familie. Es gibt auch einen Malwettbewerb zur „Kleinen Hexe“. Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, bis zum 6. Januar ihr schönstes Hexenbild zu malen.

Die Unterlagen dazu können nach den Vorstellungen mitgenommen oder auf der Internetseite von Theater Aachen auf der Stückseite zur kleinen Hexe heruntergeladen werden. Jedes eingesandte Bild nimmt automatisch am Wettbewerb teil.