Aachen: Die Grünen wollen am Neuen Kurhaus nichts überstürzen

Aachen : Die Grünen wollen am Neuen Kurhaus nichts überstürzen

Das Neue Kurhaus dem Eurogress zuzuschlagen könnte eine vorschnelle Entscheidung und damit die falsche sein. Dieser Meinung sind die Grünen in Aachen. Die größte Oppositionspartei im Aachener Stadtrat fordert daher bei der Verwaltung und der großen Koalition ein, bei der Überlegung, wie es mit dem Prachtbau an der Monheimsallee weitergehen soll, mit Bedacht vorzugehen.

„Wir wollen die beste Lösung für das Eurogress. Und um diese Lösung zu finden, brauchen wir noch weitere Informationen“, erklärt Aida Beslagic, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, die auch im Betriebsausschuss Eurogress sitzt. Dass das Eurogress wachsen müsse, dass vor allem für Kongresse in der Stadt ein Saal für mindestens 1000 Personen fehle, sei richtig.

„So einen Saal bekommen wir aber mit dem Neuen Kurhaus nicht“, mahnt Beslagic an, maximal 460 Personen seien in dem großen Saal des Kurhauses unterzubringen. „Das Kurhaus ist zwar direkt neben dem Eurogress, und das wäre ein Vorteil. Doch wir müssen auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen.“

Sie erinnert deshalb an ein Gutachten, das erst in diesem Jahr von der Eurogress-Geschäftsführung für 20.000 Euro in Auftrag gegeben worden ist und erörtern soll, wie und wo das Eurogress am besten erweitert werden kann. Nach Auskunft von Geschäftsführerin Kristina Wulf werden erste konkrete Informationen zum Ergebnis des Gutachtens für die zweite Jahreshälfte erwartet.

Auch Hermann Josef Pilgram, Ratsherr der Grünen und Mitglied im städtischen Kulturausschuss, warnt davor, das Kurhaus dem Eurogress zuzuschlagen. „Das wäre in meinen Augen eine Notlösung“, so Pilgram, der sich wünschen würde, dass die Stadt das Neue Kurhaus einem privaten Investor verkauft. Rund 50 Millionen Euro würde die Sanierung des Gebäudes, das seit 2015 leersteht, schätzungsweise kosten. Er verweist auf die jüngsten Entwicklungen am Campus West: „Die Hochschulen sind die treibende Kraft, was Kongresse in der Stadt angeht“, erklärt Pilgram. Ein Kongresszentrum mit großem Saal, vielleicht sogar mit angeschlossenem Hotel sei bei den ersten Planungen für die Campus-Erweiterung angedacht gewesen. Das hält Pilgram weiterhin für eine denkbare Option. „Wichtig ist uns, dass wir alle Möglichkeiten gründlich überprüfen“, sagt Pilgram. Es handle sich immerhin um die größte Investition in Aachen der vergangenen Jahre.

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