Aachen: Die Genezareth-Kirche empfängt jeden zu jeder Zeit

Aachen : Die Genezareth-Kirche empfängt jeden zu jeder Zeit

„Möge die Genezareth-Kirche ein Ort sein, wo Menschen angesprochen und bewegt werden, ein Ort, wo Menschen Schutz finden und zur Ruhe kommen im Auf und Ab des Lebens“, sagte Präses Manfred Rekowski in seiner Predigt zur Eröffnung der Evangelischen Genezareth-Kirche an der Vaalser Straße.

Die Kirche war prall gefüllt, als sie am Pfingstsonntag mit einem Gottesdienst nach nicht einmal eineinhalbjähriger Bauzeit ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Nach anderthalb Jahren Bauzeit konnte die Genezareth-Kirche nun eröffnet werden. Foto: Andreas Schmitter

Immerhin zählt die neue Gemeinde auch 4700 Mitglieder, nachdem sich hier zwei Gemeinden zu einer neuen vereinen. Ungewöhnlich sei es schon, in Zeiten, in denen der Trend eher zu Kirchenschließungen gehe, eine neue Kirche in Betrieb zu nehmen, betonte Rekowski. Und auch wenn Umweltschützer draußen vor der Tür einmal mehr daran erinnerten, dass der Bau der Kirche durchaus problematisch war, ließ sich die Gemeinde die Freude an den neuen Räumlichkeiten nicht nehmen.

Auch an Werktagen geöffnet

Laut Planern soll die Genezareth-Kirche eine offene Kirche sein, und so ist sie auch Werktagen geöffnet. Ihre offene Gestaltung erlaube den Blick von draußen nach drinnen, und lade so gleichsam jeden Besucher ein, meinte Rekowski.

Als hell und wunderschön wurde sie während der Eröffnung immer wieder bezeichnet, und Bürgermeisterin Marianne Conradt versteht sie als Einladung, still zu sein und sich zu besinnen. Insgesamt sechs Grußworte standen nach dem festlichen Gottesdienst auf dem Programm: Neben Marianne Conradt kamen unter anderem der Superintendent der Evangelischen Kirche, Hans-Peter Bruckhoff, die Architektin Gesine Weinmüller und Pfarrer Andreas Mauritz, Vertreter der Katholischen Kirchengemeinde St. Jakob, zu Wort.

Über den gesamten Festlichkeiten schwang die Freude, in der Genezareth-Kirche nun eine neue Heimat gefunden zu haben. „Das war schon ein bewegender Moment: Die Glocken Ihrer neu gebauten Kirche erklangen zum ersten Mal“, sagte der Präses. Eine eigens erstellte Festschrift zeichnet den gesamten Entstehungsprozess der Kirche nach. Und auch ihr Name wurde mit Bedacht gewählt.

Genezareth ist der Name eines Sees in Galiläa, im Norden Israels, an dem ein großer Teil des Wirkens Jesu geschah. Und eine lebendige Kirche wünscht sich offensichtlich auch die neue Gemeinde. Sie ist ein Zusammenschluss der Gemeinden rund um das Dietrich-Bonhoeffer-Haus am Kronenberg und die Arche an der Schurzelter Straße: So war der Neuanfang in der Genezareth-Kirche auch gleichzeitig ein Abschied. Neben den Andachten und Gottesdiensten in der Genezareth-Kirche soll es in den Gemeinderäumen Angebote für Kinder und Senioren geben, und auch die Diakonie ist hier angesiedelt.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Eröffnung bekamen interessierte Besucher Gelegenheit, sich die weiteren Räumlichkeiten anzusehen. Die Architektin selbst meint in der Festschrift: „Das Baukörperensemble, das an Klosteranlagen vergangener Zeiten erinnert, ist klar als Kirche identifizierbar.“ Und das natürlich nicht zuletzt auch durch den vorgelagerten Kirchturm.

Und unter der Seelsorge von Pfarrerin Bettina Donath-Kreß und Pfarrer Mario Meyer hat die Gemeinde nun viel Raum, um ihre Aktivitäten und Pläne in Angriff zu nehmen.

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