Aachen: Die Fische im Westpark ziehen um

Aachen: Die Fische im Westpark ziehen um

Die Fische im Westpark-Weiher haben es schon geahnt und machten sich auf den Weg Richtung Abflussrohre. Doch ihrem Schicksal entkamen sie so nicht. Mit großen Netzen fingen die Angler des Angelsportvereins (ASV) „Forelle“ sie ein, um sie dann im vereinseigenen Gewässer wieder auszusetzen.

Nötig geworden war dieser kleine Umzug, weil der Weiher im Westpark wieder auf Vordermann gebracht werden soll.

Eine solche Aktion, erklärt Uwe Lorenz vom Stadtentwässerungsbetrieb der Stawag, finde etwa alle drei Jahre statt. Dann werden etwaige Schäden an der Anlage behoben und die Abflussrohre gereinigt, der Teich wird vom Schlamm befreit.

Zu diesem Zweck wurde zunächst einmal der Wasserstand gesenkt. Das macht schließlich auch das Abfischen sehr viel leichter. Laut Herbert Brand vom ASV Forelle waren es größtenteils Karpfen, die in dem Teich lebten. Der Verein als Pächter des Weihers hat die Tiere selbst dort ausgesetzt.

Zweimal mussten die Angler die Netze auslegen: Dann hatten sie rund 100 Karpfen, eine Gelbwangenschildkröte und zwei Goldfische gefangen. Zuvor hatten sie schon eimerweise Teichmuscheln aus dem Schlamm herausgeholt, die ebenfalls umgesiedelt wurden.

Der tiefe Schlamm machte den Anglern das Leben beim Auslegen der Netze schwer. Mit ihren Fischerhosen stapften sie durch den Weiher und befreiten ihn zuerst von alten Ästen und Unrat und versanken dabei selbst im Schlamm.

Geldschränke und Fahrräder

Zwei Tresore und zwei Fahrräder waren bereits aufgetaucht, als der Wasserstand des Teiches zu sinken begann. Die Enten und Schwäne schienen derweil von der ganzen Aktion völlig unberührt. Um sie macht sich Lorenz auch keine Sorgen. „Wenn die merken, dass es hier nichts mehr zu fressen gibt, dann ziehen die woanders hin“, sagte er.

Und nachdem Fische, Muscheln und Enten nun anderweitig untergekommen sind, geht es am Weiher erst richtig los. Das Umweltamt wird prüfen, welche Instandsetzungsarbeiten anstehen, und der Schlamm wird entfernt. „Um ihn abtransportieren zu können, muss ihm aber vorher das Wasser entzogen werden“, so Lorenz. „Sonst wäre das gar nicht machbar“.

Und damit niemand auf den Gedanken kommt, in den immer trockener werdenden Teich zu waten, wurde eine Absperrung angebracht. „Denn der Schlamm ist höchst gefährlich“, sagt Lorenz und rät zu äußerster Vorsicht.

Der Weiher wird zunächst komplett trockengelegt. Wenn das Umweltamt die Bestandsaufnahme abgeschlossen hat, wird sich der Weiher allmählich wieder füllen. 2016/2017 soll dann mit der Neugestaltung des Uferbereichs begonnen werden. Dazu wird es nach Angaben von Lorenz vorher noch eine Bürgerbefragung geben.

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