Aachen: Die Favoriten straucheln aus dem Turnier

Aachen: Die Favoriten straucheln aus dem Turnier

Das Zwischenfazit vor der Endrunde fällt positiv aus. „Wir sind mit dem bisherigen Verlauf der Fußball-Stadtmeisterschaft sehr zufrieden”, sagt Achim Hill, Geschäftsführer des gastgebenden OSV Orsbach. Seit knapp einer Woche hat der OSV seine Zelte auf der Anlage der Westwacht-Jugend an der unteren Vaalser Straße aufgeschlagen.

„Die Organisation klappt prima, und dass der OSV sogar einen Live-Ticker bietet, ist geradezu sensationell”, zollt Westwachts Obmann Hans Peters großes Lob. Die beiden Halbfinalbegegnungen zwischen Rhenania Richterich und Borussia Brand, Dienstag 2. Juli, sowie das Eilendorfer Lokalderby mit dem SV und der DJK Arminia, Mittwoch 3. Juli, beide um 19 Uhr, versprechen zudem Spannung pur.

Krasser Außenseiter

Dabei musste sich zunächst Borussia Brand mächtig strecken. Im letzten Spiel war ein Sieg gegen den Bezirksliga-Konkurrenten von Yurdumspor Aachen Pflicht. Ansonsten wäre die Mannschaft von Trainer Mike Zimmermann ausgeschieden. Die Kicker des VfB 08 Aachen hatten nämlich vorgelegt.

Der B-Ligist hatte als krasser Außenseiter Yurdumspor und Eintracht Verlautenheide geschlagen und war nur ganz knapp an der Borussia gescheitert. Er führte aber vor Brands letzter Partie mit sechs Punkten. Jerome Grammersdorf und David Schaffranek sorgten dann aber für die zwei wichtigen Treffer gegen Yurdumspor. „Die Stadtmeisterschaft ist kein Spaziergang. Da bist da als Bezirksligist auch gegen einen B-Ligisten nicht automatisch Favorit”, sagte Borussen-Trainer Mike Zimmermann nach dem Gruppensieg.

„Aber wir haben sehr stark gespielt, vor allem gegen Yurdumspor. Und deswegen ist der Gruppensieg verdient.” Zimmermann zeigte sich zufrieden, da seine Ansprache vor den Spielen offenbar gefruchtet hatte. „Ich habe den Jungs gesagt, dass wir uns nicht noch einmal so grottenschlecht verkaufen dürfen wie im vergangenen Jahr”, so der Brander Trainer. Das wirkte.

Am Dienstag trifft die Borussia im Halbfinale ab 19 Uhr auf den Liga-Konkurrenten Rhenania Richterich. Die Mannschaft des neuen Trainers Gökhan Demirci lieferte am Samstag eine sehr starke Vorstellung ab. Drei glatte Siege und sieben Tore in drei Spielen - das hat auch den Trainer überzeugt. „Eigentlich steckt uns die Müdigkeit in den Knochen, weil wir hart trainieren. Deswegen bin ich sehr zufrieden, dass wir uns hier so gut präsentiert haben”, so Demirci. 2:0 bezwang die Rhenania den starken Kreisligisten FV Vaalserquartier.

Walheim mit zweiter Garnitur

Genau so hieß auch das Ergebnis gegen GW Lichtenbusch. Noch deutlicher wurde es im letzten Spiel, in dem es Richterich mit Titelverteidiger Hertha Walheim zu tun bekam. Die Hertha war mit ihrer Zweitvertretung aufgelaufen. Die erste Mannschaft spielte zeitgleich ein anderes Vorbereitungsturnier. Eine Entscheidung, die nicht nur beim Veranstalter, gelinde ausgedrückt, auf Verwunderung stieß. Der Vorjahressieger machte sich damit jedenfalls keine Freunde. 3:0 gewann Richterich und stellte damit sicher, dass es 2011 nach drei Jahren erstmals wieder einen anderen Stadtmeister geben wird. „Wir haben eine neu aufgestellte Mannschaft. Wir brauchen Zeit, um uns zu finden. Aber heute sah das schon ganz gut aus”, bilanzierte Demirci.

Hochinteressant dürfte auch das Eilendorfer Lokalderby im zweiten Halbfinale zwischen den Bezirksligisten SV und der DJK Arminia werden. Der SV konnte in seiner Zwischenrundengruppe überzeugen: Drei Siege, zweimal 1:0 gegen Rasensport Brand und den Burtscheider TV, sowie ein 2:1-Erfolg über den FC Inde Hahn sprechen eine deutliche Sprache. Vor allem im „Endspiel” gegen den bis zu diesem Zeitpunkt punktgleichen FC Inde Hahn zeigten die Eilendorfer große spielerische Klasse.

Dem am Sonntag von Bernd Wesemann gecoachten FC hätte schon ein Unentschieden gereicht, weil er zuvor, den BTV 3:0 und Raspo Brand 1:0 geschlagen hatte. Tatsächlich gingen auch die Wesemann-Schützlinge in der sehr guten Partie in Führung, doch der überlegene SVE münzte seine drückende Überlegenheit am Ende auch in Treffer um. „Die erste Begegnung gegen Brand und die letzte gegen Hahn waren gut. Wir sind hochverdient Gruppenerster geworden”, bilanzierte SV-Trainer Achim Rodtheut. „Unser Ziel war es, am Samstag ein weiteres schönes Vorbereitungsspiel zu haben, das haben wir geschafft.”

Auch im Endspurt sicherte sich die DJK Arminia Eilendorf den Sprung in die Endrunde. Gegen den klassenhöheren Landesliga-Aufsteiger DJK Westwacht 08 hätte den Arminen mit sechs Punkten und 5:1 Toren ein Unentschieden gereicht. Favorit Westwacht ging ebenfalls mit sechs Zählern, jedoch mit 4:0 Toren in die entscheidende Partie. Am Ende siegten die taktisch clever spielenden Eilendorfer - durch ein Eigentor - 1:0. „Zwar waren noch einige Spieler in Urlaub. Wir haben aber kompakt gespielt, und das haben die Jungs richtig gut gemacht”, kommentierte Arminia-Coach Andi Avramovic mit großer Vorfreude auf das Halbfinale: „Ich bin sehr zufrieden. Am Mittwoch gegen den SV wird sicher auch viel los sein. Da ist alles möglich.”

Die Halbfinalisten

1) Rhenania Richterich hat sich in der Zwischenrundengruppe ohne Gegentor durchgesetzt und trifft im ersten Halbfinale der Stadtmeisterschaft 2011 auf die Borussia aus Brand.

2) Borussia Brand hat sich in der zweiten Zwischenrundengruppe für das Halbfinale gegen Richterich qualifiziert. Am morgigen Dienstag treffen die beiden Teams um 19 Uhr aufeinander.

3) Der SV Eilendorf löste das Ticket für das Halbfinale mit drei Siegen. Das entscheidende Gruppenspiel gewannen die Eilendorfer mit 2:1 gegen den punktgleichen FC Inde Hahn.

4) Arminia Eilendorf sicherte sich als letztes Team am Sonntag den Sprung ins Halbfinale und spielt am Mittwoch, 3. August, um 19 Uhr im Eilendorfer Derby gegen den SV.

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