Richterich: Die Euregiobahn soll im Norden halten

Richterich : Die Euregiobahn soll im Norden halten

Letztendlich brachten es Otto-Wilhelm Kuhrt-Lassay und Manfred Kuckelkorn auf den Punkt: „Es geht doch hier letztlich um die Frage, ob der Haltepunkt 200 Meter weiter nördlich oder 200 Meter weiter südlich angelegt wird“, sagte der Grüne Kuhrt-Lassay in der Sitzung der Richtericher Bezirksvertretung am Mittwochabend.

„Wichtig ist doch, dass endlich etwas passiert.“ Und sein SPD-Kollege Kuckelkorn fügte heftig zustimmend hinzu: „Wichtig ist, dass Richterich überhaupt einen Haltepunkt bekommt.“

Den soll Richterich jetzt in der Tat bekommen, und zwar „200 Meter weiter nördlich“. Denn nach langer Diskussion hat sich die Bezirksvertretung einstimmig für die sogenannte Nordvariante entschieden. Folgt nun auch der Mobilitätsausschuss in seiner Sitzung am 16. April dieser Empfehlung, dann wird die Euregiobahn künftig nördlich der Eisenbahnüberführung an der Horbacher Straße halten.

Allerdings nicht vor 2019. Denn diesen Termin nannte Kai Mohnen vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen den Bezirksvertretern als frühestmöglichen.

Machbarkeitsstudie

Zuvor hatte der Experte für Schienenverkehr den Kommunalpolitikern die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt, die beide Haltepunktvarianten miteinander verglich. Denn neben der Nordvariante war — in Richterich jedenfalls bis Mittwoch — noch eine Südvariante in der Diskussion, die südlich der Brücke Horbacher Straße in etwa am Standort des alten Richtericher Bahnhofs im Bereich zwischen Roermonder Straße und Hander Weg geplant war.

Doch hier wären der Machbarkeitsstudie zufolge umfangreiche Rampenanlagen erforderlich gewesen, um den Höhenunterschied des Umfelds hinunter zu den Bahngleisen auszugleichen. Das wiederum hätte diese Variante mit veranschlagten 4,27 Millionen Euro auch teurer gemacht als die Nordvariante, für die die Planer 3,35 Millionen Euro errechnet haben. Folglich favorisierte auch die Verwaltung die Nordvariante.

Als Vorteil der Südvariante nannte Mohnen allerdings die bessere Anbindungsmöglichkeit zur Via Avantis, also der derzeit diskutierten Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke in Richtung Niederlande. Deren Anschluss an das bestehende Bahnnetz liegt nämlich in unmittelbarer Nähe zur Südvariante am Hander Weg.

Doch die Bezirksvertreter folgten schließlich der Empfehlung der Verwaltung und sprachen sich für die Nordvariante aus, für die Kai Mohnen folgende Vorteile ins Feld führte: Sie liege näher zum Richtericher Zentrum, weil der Bahnsteig am stadtauswärts führenden Gleis über einen Zugang am Richtericher Bezirksamt erschlossen werden könnte.

Außerdem biete diese Variante schon jetzt sowohl Parkmöglichkeiten entlang der Horbacher Straße als auch eine barrierefreie Zugangsmöglichkeit von der Horbacher Straße aus am nördlichen Ende des geplanten 210 Meter langen Bahnsteigs. Dort gebe es zudem bereits eine Unterführung, die künftig mitgenutzt werden könnte, so Mohnen, etwa um die Bahnsteige zu wechseln.

In der anschließenden Diskussion plädierte Horst Werner von der SPD zwar dafür, beide Varianten weiter zu verfolgen, um sich die Möglichkeit der Südvariante nicht zu einem so frühen Zeitpunkt der Planung schon zu verbauen. Außerdem kritisierte er die fehlenden Kosten für den Lärmschutz ebenso wie möglicherweise wegfallende Parkplätze im Ortskern.

Dem hielten Holger Brantin (CDU) und Friedrich Werner Feil (Grüne) entgegen, dass trotz dieser Bedenken die Nordvariante mehr Vorteile aufweise. „Daher sollten wir ein Signal setzen für die Bahn und für die Bevölkerung“, so Brantin, denn wie Bezirksvertreter Feil hinzufügte: „Die Bürger wollen den Haltepunkt schnell haben und deshalb sollten wir uns heute für die Nordvariante entscheiden.“

Auch die SPD stimmt zu

Und das taten dann sogar die Sozialdemokraten, nachdem ihr Antrag abgelehnt worden war, beide Varianten weiterzuverfolgen.

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