Aachen: Die Erstirallye: Ein städtisches Spieleparadies für Neu-Studenten

Aachen : Die Erstirallye: Ein städtisches Spieleparadies für Neu-Studenten

Noch ist vom riesigen „Erstischwarm“, der kommende Woche nach Aachen zieht, nicht viel zu sehen. Einzig ein paar Willkommensschilder verweisen darauf, dass sich ab Montag wieder bis zu 8000 Studierende des ersten Semesters am Templergraben tummeln werden. Denn traditionell werden die Neuankömmlinge der RWTH in der Einführungswoche gebührend empfangen.

So können sie gleichermaßen ihre Kommilitonen, die Stadt sowie das Studentenleben als solches kennenlernen, beschreibt Laura Witzenhausen, studentische Leitung des zentralen Erstsemesterarbeitsteams (ESA).

Die Organisatoren der Erstrallye Laura Witzenhausen, Thomas von Salzen und Carolin Bitter (v. l.) hoffen auf gutes Wetter bei der Erstirallye am kommenden Mittwoch. Foto: Harald Krömer

Hüpfburg für die Großen

Bei der Erstirallye ist alles möglich: Auch das Erklimmen einer Luft-Palme.

Der Höhepunkt, sozusagen das Herzstück der Woche, ist die Erstsemesterrallye am Mittwoch, 4. Oktober, von 11 bis 17 Uhr: Unter der Mithilfe von 17 Fachschaften verwandeln sich große Teile der Innenstadt in ein Spieleparadies für Erwachsene, inklusive Hüpfburgen, Bobbycar-Rennstrecken und über hundert Ständen. Aufgeteilt in Tutorengruppen müssen die Studierenden dann allerhand spielerische Aufgaben lösen.

„Es ballt sich vor allem auf dem Templergraben“, erklärt Witzenhausen. Dort wird nämlich jede beteiligte Fachschaft ein kleines Spiel veranstalten. Im vergangenen Jahr wurden die Teilnehmer an einem Ort zum Beispiel in Würfel eingepackt, auf dem an jeder Seite Worte standen. In Kombination mit anderen Personen sollten sie so einen ganzen Satz formen. Insgesamt erstreckt sich die „Spielwiese“ diesmal vom Katschhof bis zum Sportzentrum der RWTH am Königshügel.

Wie im Vorjahr gilt ein striktes Glasflaschenverbot. Das habe bislang auch „herausragend gut“ funktioniert, resümiert Witzenhausen. Grundsätzlich ist es um die — in Universitätsstädten oftmals so gefürchtete — Erstirallye zuletzt ruhiger geworden. Die Einführung eines Verhaltenskataloges sowie der intensive Dialog mit der Polizei verhindere Probleme und Eskapaden früherer Zeiten, berichtet die studentische Leiterin des ESA-Teams.

Dass die Einführungswoche nicht nur den Start ins Studium, sondern das gesamte Leben verändert, zeigt laut Witzenhausen ein einfaches Beispiel: „Wenn man Studierende hier fragt, wer sein bester Freund ist, dann nennt die Person fast immer jemanden aus seiner ,Erstigruppe‘.“ Schließlich wird aus der ersten Bekanntschaft schnell auch der erste Lernpartner.

Einzig der Gedanke an das Wetter bereite den Organisatoren noch einige Sorgenfalten. Die letzten Male war auf grauen Himmel und kalten Regen nämlich durchaus Verlass, einmal gab es sogar herbstlichen Schneefall. Doch Laura Witzenhausen macht deutlich: „Wer hier ein Studium durchhalten will, der muss auch eine Rallye im Regen schaffen.“ Und vielleicht könnte man eine verregnete Rallye dann sozusagen als Öcher Regentaufe für die Erstis werten.

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