Aachen: Die Dynamik der Architektur in Fotografien festgehalten

Aachen : Die Dynamik der Architektur in Fotografien festgehalten

Mit dem Stativ und einer halbautomatischen Kamera ist er gerne in Städten unterwegs, um ihre Architektur, Flüsse und besondere Ansichten mit ihren Perspektiven, Fluchten und Linien aufzunehmen, vor allem aber das Licht einzufangen.

J. Konrad Mellies stammt aus dem Ruhrgebiet, ist die Dichte von Industrie, Städten und urbanem Leben mehr als gewohnt und freut sich über weniger Dichte, mehr Weite und Helligkeit.

Besonders interessiert ihn Architektur, an die er „mit Distanz und Empathie“ herangeht. Ansichten von Häusern und großen Gebäuden, etwa Rathäuser, Firmensitze, aber auch eine Skaterbahnen in München fordern ihn heraus. In mehreren Aufnahmen dokumentiert er die Dynamik der hell gehaltenen Anlage mit ihren Höhen, Tiefen und anderen Attraktionen unter strahlend blauem Sommerhimmel, wobei der Lichteinfall durch eine Reihe gleich gehaltener Fensteröffnungen eine weitere Dynamisierung der Fotografien bringt.

In Aachen nimmt J. Konrad Mellies das Rathaus von der Marktseite mit klassischer Zentralperspektive auf, während große Mengen von Handynutzern auf dem Markt nach Pokemon suchen. Ihr Blick geht nach unten in die moderne Elektronik, Mellies Blick nach vorn auf die alte Architektur.

Ein weiteres Aachen-Motiv ist der ehemalige Spielplatz im Rehmviertel unter blauem Himmel, inmitten der typischen Architektur des Nordviertels. Dem neuen Hauptsitz des Stahlmagnaten Cockerill in Seraing, Lüttich, gilt Mellies Interesse ebenfalls. Hier sieht der Besucher hinter der aufwändigen neuen Glasfassade Teile der alten Werkhallen, die Vergangenheit und Gegenwart der Arbeit in ein Bild bringen.

Meist hat Mellies seine „streetview“-Aufnahmen in ein größeres quadratisches Format gebracht, die streng und großzügig zugleich in der hellen Galerie des Kulturwerks Aachen hängen und somit genug Raumwirkung entfalten können. Die Ausstellung ist Mellies 23. in den vergangenen zehn Jahren, die er in Aachen lebt und arbeitet, und noch bis zum 9. Dezember montags bis samstags von 13 bis 19 Uhr in den Aachen Arkaden, Trierer Straße 1, zu sehen.