Aachen: Die Digitalisierung spaltet Aachen

Aachen : Die Digitalisierung spaltet Aachen

Die zunehmende Digitalisierung spaltet die Bürger Aachens. Vor allem Ältere geben offen zu, unsicher und sogar ängstlich gegenüber der digitalen Entwicklung zu sein und sich nicht mitgenommen beziehungsweise nicht ausreichend informiert zu fühlen.

Die Jüngeren dagegen sehen in der Digitalisierung vor allem Chancen — und sich selbst als Teil dieser Zukunft. Das sind die Kernaussagen einer bundesweiten wissenschaftlichen Studie mit mehr als 22.000 Befragten, an der auch rund 400 Aachener Bürger teilnahmen. Die Studierenden der FOM, Deutschlands größter privater Hochschule, trugen die Ergebnisse jetzt unter wissenschaftlicher Leitung von Professor Oliver Gansser zusammen.

Grundsätzlich könnte die Selbsteinschätzung in Bezug auf die digitale Entwicklung und die Eingebundenheit jedes Einzelnen auch in Aachen deutlich besser sein, heißt es in der Studie. Klar werde allerdings: Je älter, desto unsicherer sind die Menschen in Deutschland.

Während sich Menschen im Alter von zwölf bis 36 Jahren zu mehr als 50 Prozent für digital kompetent halten, nimmt diese positive Selbsteinschätzung mit zunehmendem Alter ab. Von den befragten Babyboomern (52 bis 62 Jahre) halten sich nur noch 34 Prozent für digital kompetent, von den Probanden über 63 Jahren sogar nur noch 17 Prozent.

Nur 23 Prozent der über 63-Jährigen fühlen sich beim Thema Digitalisierung von den Anbietern aus den Bereichen Industrie/Handel/Dienstleistung mitgenommen, bei der jüngeren Generation (22 bis 36 Jahre) sind es immerhin 35 Prozent. Generationsübergreifend besteht bei diesem Thema aber erheblicher Nachholbedarf, nur die wenigsten fühlen sich gut informiert.

Daraus resultierend erscheint auch die Angst vor Überforderung logisch: 60 Prozent der über 63-Jährigen haben Angst vor einer Überforderung durch digitalen Neuerungen, bei den unter 21-Jährigen sind es dagegen nur acht Prozent.

Allerdings erhoffen sich auch die Jüngeren deutlich mehr Kompetenzvermittlung in Sachen Digitalisierung, zum Beispiel durch Schulen und Hochschulen. Nur 19 Prozent der Aachener Schüler zwischen zwölf und 21 Jahren geben an, dass die Vermittlung von digitalem Know-how seitens der Bildungsinstitute ausreichend sei. Weit über die Hälfte der befragten jungen Generation (60 Prozent) ist vielmehr der Auffassung, an Schulen und Hochschulen müsse deutlich mehr in Sachen Digitalisierung unterrichtet werden.

Die Älteren nehmen den Schutz ihrer Daten deutlich ernster als die Jüngeren. Rund 88 Prozent der über 63-Jährigen ist das Thema sehr wichtig, bei den Zwölf- bis 36-Jährigen ist es gerade einmal jeder Zweite, dem der Datenschutz sehr wichtig ist. Über alle Generationen hinweg gibt sogar jeder Zweite der Befragten zu, dass er oder sie nicht weiß, was man gegen die Erfassung seiner respektive ihrer Daten tun kann. Männer fühlen sich in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung übrigens relativ gut gerüstet. Immerhin 46 Prozent, also fast jeder zweite Mann, gibt an, digital kompetent zu sein. Bei den Frauen behaupten dies nur 30 Prozent aller Befragten von sich. www.fom.de

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