Aachen: Die Demenz-WG hat auch im zehnten Jahr eine Vorbildfunktion

Aachen : Die Demenz-WG hat auch im zehnten Jahr eine Vorbildfunktion

Vor genau zehn Jahren wurden die Demenz-Wohngruppen an der Joseph-von-Görres-Straße gegründet, und sie haben sich laut Jörg Limbrock, Geschäftsführer des Vereins „fauna“, mehr als bewährt. Er findet es schade, dass inzwischen nicht auch andere Träger dieses Konzept, das für Aachen nach wie vor einmalig sei, übernommen haben.

In der Joseph-von-Görres-Straße wurden die zwei Wohngemeinschaften auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrikhalle, die zum Wohngebäude umgebaut wurde, eingerichtet. In jeder Wohngemeinschaft leben jeweils acht Menschen mit einer Demenzerkrankung. Sie werden rund um die Uhr betreut und leben in einer übersichtlichen Gemeinschaft.

Laut Marion Daniel, Leiterin einer der WGs, ist auch das Engagement der Angehörigen ein Garant für den Erfolg des Konzepts. Und neue Mieter würden immer mit der gebotenen Sorgfalt ausgewählt.

Der Verein „fauna“, Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe Aachen, ermöglicht an Demenz erkrankten Menschen in einer „menschenwürdigen Umgebung“ zu leben. Jeder Mieter hat sein eigenes Zimmer, das er mit seinen liebsten Andenken einrichten kann.

Familiäre Atmosphäre

Der zehnte Geburtstag bot jetzt einmal mehr einen guten Grund, um in den Gemeinschaftsräumen mit Kaffee und Kuchen zu feiern. Höchstes Ziel der „fauna“ ist es, „den Mietern ein harmonisches Zusammenleben am Ende eines langen Lebens zu ermöglichen“.

Dafür steht ein festes Mitarbeiterteam zur Verfügung. Examinierte Pflegefachkräfte und im Umgang mit Demenz geschulte Präsenzkräfte sorgen für einen geregelten Tagesablauf. Wenn die Bewohner das wünschen, können sie sich an den Hausarbeiten beteiligen. Marion Daniel schätzt gerade diese familiäre Atmosphäre.

„Ohne das Engagement der Angehörigen wären die Wohngemeinschaften nicht das, was sie heute sind“, sagt sie. Auch bei der Gestaltung des Alltags sei ihre Initiative erwünscht. Je nach gesundheitlichem Befinden können die Mieter eigenständig spazierengehen oder kleine Besorgungen erledigen.

Zum zehnten Jahrestag kamen neben den Bewohnern und den Mitarbeitern natürlich auch die Angehörigen, um gemeinsam zu feiern.

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