Brand/Eilendorf: Die Debyestraße ist überlastet, doch Lösungen lassen auf sich warten

Brand/Eilendorf : Die Debyestraße ist überlastet, doch Lösungen lassen auf sich warten

Man muss kein Pessimist sein, um zu sagen: „Da braut sich etwas zusammen.“ Die Rede ist von der Verkehrsbelastungen in der Debyestraße und ihrer Umgebung.

Das ist wohl auch die Ansicht der SPD-Fraktionen in den Bezirksvertretungen von Brand und Eilendorf. So sehr man dort den Erfolg der Gewerbegebiete Eilendorf-Süd, Brand-Nord und Gewerbepark Brand begrüßt, blickt man doch mit großen Sorgen auf die Entwicklung der Verkehrssituation in der Debyestraße.

An den beiden Knoten mit Trierer Straße und Neuenhof­straße, aber auch in der Neuenhofstraße selbst geht es bereits heute in den Spitzenzeiten nur langsam voran, wenn überhaupt. In Anträgen der beiden Fraktionen an ihre Bezirksvertretungen fordern die Sozialdemokraten Aufklärung von der Verwaltung, wie man mit diesen und künftigen Herausforderungen umgehen will.

Davon werden etliche genannt. Da gibt es zum Beispiel zwei Recyclinghöfe — in der Kellershaustraße sowie im Gewerbepark Brand — die beide mit großem Anlieferverkehr zu tun haben. In der Debyestraße konzentrieren sich zudem auf den knapp 700 Metern zwischen Neuenhofstraße und Trierer Straße bereits jetzt etliche Betriebe mit starkem Publikumsverkehr.

In absehbarer Zeit wird an der Einmündung in die Trierer Straße eine große Autowaschstraße sowie das neue Polizeipräsidium mit rund 1000 Mitarbeitern hinzukommen. Darüber hinaus stauen sich bereits jetzt vor allem im nachmittäglichen Berufsverkehr große Mengen an Fahrzeugen, die von der Neuenhofstraße in Richtung Brand oder Autobahn unterwegs sind. Und dann stehen auch noch die geplanten Sanierungen der Autobahnüberführung Trierer Straße sowie des Straßentunnels Adenauerallee an, die den Verkehrsfluss zusätzlich belasten werden.

L 221n lässt auf sich warten

Eng verbunden mit der Problematik ist auch die schon lange in Planung befindliche Landesstraße 221n, die, zwischen Stolberg-Atsch und der Freunder Straße in Eilendorf verlaufend, einen Autobahnanschluss für Stolberg in Höhe des Rastplatzes Am Königsberg erschließen und zugleich als Umgehung für die hoch belastete Von-Coels-Straße fungieren soll.

Während der SPD-Antrag in Eilendorf in der Septembersitzung der Bezirksvertretung behandelt werden soll, gab es in Brand bereits erste Antworten von der Verwaltung. In Sachen Polizeipräsidium setze man darauf, dass sich der zusätzliche Verkehr wegen des Schichtbetriebs über den Tag verteilen wird, teilte Uwe Müller vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen mit.

Ansonsten hoffe man, mit einer Reihe von kleineren Maßnahmen — etwa zusätzliche Abbiegespuren auf der Debyestraße und auf der Trierer Straße — die Situation nicht noch zusätzlich zu belasten. So weit, so vage.

Erst in Vorentwurfsphase

Und in Sachen der L221n, auf die man in Brand und Eilendorf dringend wartet, ist der Stand der Dinge auch nicht wirklich ermutigend. In einer Stellungnahme der Verwaltung heißt es, das Projekt befinde sich erst in der Vorentwurfsphase.

Das anschließende Planfeststellungsverfahren, welches erfahrungsgemäß zwei bis drei Jahre in Anspruch nimmt, werde frühestens Ende 2019/Anfang 2020 beginnen. Das bedeutet, dass selbst wenn alles wie am Schnürchen klappen sollte, die L221n keinesfalls in den nächsten vier oder fünf Jahren fertig werden wird.

Das wissen auch die Brander Bezirksvertreter. Sie regten in einem einstimmigen Beschluss an, möglichst bald zu einer gemeinsamen Sitzung der Bezirksvertretungen Brand und Eilendorf und des zuständigen Fachausschusses des Stolberger Rats zusammenzukommen, um den Druck zu erhöhen, Bewegung in das Verfahren zu bringen und zu verhindern, dass das Projekt wieder im Sande verläuft wie bereits mehrfach in den letzten 30 Jahren.

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