Aachen: Die Citykirche wird zum Boot: Austausch in der interkulturellen Woche

Aachen : Die Citykirche wird zum Boot: Austausch in der interkulturellen Woche

„Die wollen alle zu uns? Und die wollen alle, das wir unseren Wohlstand mit ihnen teilen?“ Es sind provokante, politisch sehr aktuelle Fragen, mit denen ein Flyer für die Interkulturelle Woche wirbt, die seit diesem Wochenende auch in Aachen läuft. Die Citykirche an der Großkölnstraße lädt am kommenden Freitag, 29. September, der gleichzeitig auch nationaler Tag des Flüchtlings ist, zu einem Begegnungstreffen und interreligiösen Gottesdienst der besonderen Art ein.

Unter dem Motto: „Wir grenzen auf — Ist in unserem Boot noch Platz?“ soll hier ein reger Austausch und Dialog der Religionen stattfinden und vor allem auch Solidarität mit Flüchtlingen ausgedrückt werden. Der Gottesdienst, bei dem Mitglieder aller Religionsgemeinschaften herzlich willkommen sind, richtet sich an Flüchtlinge, die in Aachen eine Bleibe gefunden haben sowie Flüchtlingshelfer, deren Schicksale und Erlebnisse hier geschützten Raum finden. Aber auch alle anderen Interessierten sind willkommen.

Organisiert wird der Abend, der bereits zum sechsten Mal in der Nikolauskirche stattfindet, von verschiedenen Einrichtungen: Engagiert sind in der Sache der Katholikenrat der Region Aachen, das Büro der Regionaldekane, Amnesty International Aachen sowie Pfarrer Timotheus Eller und Pfarrerin Sylvia Engels, die beide in der ökumenischen Citykirche tätig sind. In dem Gottesdienst, der um 18 Uhr beginnt, werden Fürbitten von Vertretern unterschiedlicher Religionen vorgetragen. Es werden außerdem Belange von Personen in verschiedenen Lebenslagen in neuen, kreativen Ausdrucksformen dargeboten: Jugendliche tragen einen Poetry-Slam vor, wie Ingeborg Heck-Böckler von Amnesty International ankündigt: „So werden neue Formate entwickelt, um Themen aufzugreifen!“

Ziel der Veranstalter ist der gegenseitige Austausch, der auch noch im Anschluss der Messe bei Gesprächen und einem gemeinsamen Essen intensiviert werden soll. Durch diesen geselligen und intimeren Rahmen können Geschichten, persönliche Lebensmomente und einander vereinende Emotionen geteilt werden. Hierbei geht es auch darum, den vielen Engagierten in der Flüchtlingshilfe Mut zu zusprechen, wie Eller betont: „Wir wollen Trost spenden und gemeinsam Kräfte sammeln.“