Aachen: Die „Bühne des Friedens“ steht 2014 im Theater Aachen

Aachen: Die „Bühne des Friedens“ steht 2014 im Theater Aachen

Im September 2014 wird das Theater Aachen seine Pforten für ganz besondere interkulturelle Begegnungen von Jugendlichen aus Europa öffnen. Beim Theaterfestival „Bin Mira — Bühne des Friedens“, das am 21. September 2014 in die sechste Runde geht, wird das Stadttheater als Kooperationspartner mit dabei sein. Am selben Tag wird auch der Friedenslauf „Flame for Peace — Flamme des Friedens“, der durch 55 Länder und über die schlimmsten Schlachtfelder der europäischen Kriegsgeschichte führt, in Aachen zu Ende gehen.

Eifrig arbeitet das Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Begegnungen an diesem Mammutprojekt. „Wir sind bis jetzt auf viel positive Resonanz in den verschiedenen Städten gestoßen, wo wir halt machen wollen“, sagt Heinz Jassen vom Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Begegnungen.

„Hand in Hand wollen wir dann gleich im Anschluss das Theaterfestival Bina Mira beginnen.“ Das Aachener Netzwerk initiierte das Theaterfestival für und mit Jugendlichen, nach dem es während der Souveränitätsverhandlungen des Kosovo in Bosnien-Herzegowina zu brutalen Straßenschlachten zwischen Jugendlichen der serbischen, bosnischen und kroatischen Gruppen kam.

Bei Workshops und verschiedenen Theateraufführungen werden sich rund 150 Jugendliche aus unter anderem Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Serbien, dem Kosovo und Bosnien-Herzegowina näher kommen und einen Dialog führen. Aus Aachen wird die Gruppe „Rohes Theater“ von der Mies-van-der-Rohe Schule unter der Leitung von Eckhard Debour dabei sein. Anlässlich des Ausbruchs des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren wird die Gruppe 2014 das Stück „1914-2014 Hurra“ auf die Bühne bringen.

Neutraler Raum

„Bina Mira soll ein neutraler Raum sein, der den Jugendlichen anbietet, frei handeln zu können“, so Giana Haas vom Organisationsteam von „Bina Mira“. Man hoffe, dass sich eine Generation entwickle, die Gewalt ablehne und den Dialog suche.

„Ich finde die Idee sehr spannend, dass das Theater Begegnungsmöglichkeiten schafft“, sagt auch Generalintendant des Stadttheaters Michael Schmitz-Aufterbeck. „Es ist vor allem interessant, nicht nur mit historischen Kriegen, sondern auch mit einem Krieg zu arbeiten, der noch nicht so weit weg ist“, fügt er hinzu.

Mit dem Festival schließe sich der Kreis der themenpolitischen Arbeit des Stadttheaters. Ziele des Festivals sind nicht nur Gewaltprävention, sondern auch die Stärkung der Toleranz.

Auch Heinz Jussen vom Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Begegnungen freut sich über die neue Zusammenarbeit: „Es wird eine Besonderheit für die Jugendlichen in so einem besonderen Haus sein“. Man freue sich sehr, dass das Stadttheater die Bedeutung und Tragweite von „Bina Mira“ erkannt habe.