Die Brücke an der Erzbergerallee: Arbeiten biegen auf Zielgerade ein

Brücke an der Erzbergerallee : Arbeiten biegen auf Zielgerade ein

Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, können die Besucher der Weihnachtsmesse die Kirche Herz Jesu bequem mit dem Auto erreichen. Auch wieder über die Erzbergerallee. Und hier schließt sich ein wenig der Kreis, denn kurz nach Ostern hatten gewaltige Spitzhacken das Ende der 67 Jahre alten Brücke eingeläutet.

Aber es geht voran, die zuständige Leiterin beim Stadtbetrieb ist nicht nur mit Blick auf die vergangenen Monate zuversichtlich. Auch die Monate August bis November lassen Barbara Siodmok ruhig auf die Schlussetappe blicken: „Im Baumetier gibt es immer Unwägbarkeiten, wie vor allem das Wetter. Aber normalerweise müssten wir Ende November, Anfang Dezember mit den Arbeiten fertig sein.“

Der eigentliche Kern der neuen Brücke ist fast fertig, nicht nur die Seitenteile über die Vennbahntrasse stehen, auch der Deckenüberbau ist betoniert. In etwa zwei Wochen werden die Ausschalung und das Tragegerüst demontiert. Die Widerlagewände der eigentlichen Brücke zu den Straßenanschlüssen werden um zwei Meter von der Oberkante aus gesehen abgebrochen und dann beginnt die Auffüllung mit Bodenmaterial, auf dem dann letztlich die neue Straße ihre Grundlage findet. „Die Modellierung der Böschung, die Verlegung der Versorgungsleitung und die abschließenden Straßenarbeiten sind dann der letzte Schritt“, skizziert die Diplom-Ingenieurin in städtischen Diensten den abschließenden Verlauf.

Noch wird aber eine Etage tiefer gearbeitet. Es gilt, die 3,5 Meter breite Durchfahrung über die Vennbahntrasse so schnell wie möglich fertigzustellen. Zwei angrenzende Flügelwände sind bereits betoniert, Nummer drei und vier folgen in den nächsten Tagen. Dann können die Vorbereitungen getroffen werden, damit von den Arbeiten eine Etage höher keine Gefahr für die Fußgänger und Radfahrer auf der Vennbahntrasse ausgeht. Selbst wenn bei den Arbeiten etwas herunterfallen würde, seien Menschen nicht gefährdet. Denn gerne würde man Anfang September die bislang provisorische Fußgängerführung wieder auf die eigentliche Vennbahnstrecke zurückverlegen.

Das befürchtete Verkehrschaos ist letztlich nicht nur nach den Beobachtungen Barbara Siodmocks auch ausgeblieben. Nach anfänglichen Beschwerden hätten die Bürger die Notwendigkeit der Arbeiten eingesehen. Woran es offensichtlich auch keinen Zweifel geben könne. Experten hatten festgestellt, dass die Brücke nach fast sieben Jahrzehnten so erhebliche Schäden aufwies, dass ein Neubau wirtschaftlicher sei als eine Reparatur. Gestalterische Überlegungen kamen bei der Entscheidungsfindung hinzu, denn die bisherige Überspannung hatte beim Bau die Gleise der noch in Betrieb befindlichen Vennbahn zum Maßstab.

Der künftige Durchlass beträgt bei genannten 3,5 Metern Breite eine Höhe von acht Metern und hat noch eine besondere lokale Note: Die Stadt hat mit der benachbarten Montessori-Gesamtschule Gespräche aufgenommen, denn wahrscheinlich gestalten die Schüler die Innenwände. Eine Wandbeleuchtung im Inneren sorgt einerseits dafür, dass die Kunstwerke besser zu sehen sind, sie erhöht gleichzeitig die Sicherheit der Durchfahrt in der dunklen Jahreszeit.

Das Bauwerk mit der Kirche Herz Jesu im Hintergrund. Foto: Andreas Steindl

Man sei nicht nur voll im Zeitplan, freut sich Barbara Siodmok – nicht zuletzt wegen der sehr guten Kooperation mit der ausführenden Firma Dohmen aus Übach-Palenberg und dem Aachener Ingenieurbüro Doser-Kempen-Krause. Letztlich konnte auch der Kostenrahmen von 1,1 Millionen Euro eingehalten werden.

Im Advent sollte der Verkehr nach Montage der notwendigen Geländer wieder störungsfrei über diese wichtige Verkehrsachse laufen. Und tatsächlich haben sich bei der Verwaltung bereits Anwohner gemeldet und die „wunderbare Ruhe“ ohne den Straßenlärm zurückgemeldet...

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