Aachen: Die Bibliothek in Preuswald ist gerettet

Aachen : Die Bibliothek in Preuswald ist gerettet

Das ist eine gute Nachricht für die Bürger in der Siedung Preuswald: Ihre Stadtteilbibliothek ist gerettet. Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte folgte einhellig einem Antrag der Grünen.

Die Bibliothek in Preuswald — Fachjargon: Bibliotheksnebenstelle Bildchen — befindet sich in einem Pavillon auf dem Schulhof der Katholischen Grundschule (KGS) Bildchen. Aus dem Pavillon muss sie aber bald raus, weil die Schule abgerissen und neu gebaut wird.

Die bange Frage in Preuswald und Bildchen: Was wird aus unserer Bibliothek? Sie existiert schon seit 1959, damals untergebracht in der Volksschule Bildchen. 1973 zog sie in einen Raum der KGS Bilchen, 1985 richtete sie sich in einem Pavillon auf dem Schulhof ein. Die räumliche Anbindung funktioniert bestens, Schule und Bibliothek arbeiten seit jeher eng zusammen.

Auf Angebot angewiesen

Die Bibliothek im Stadtteil Preuswald mit seinen rund 2000 Einwohnern wird vor allem von den „überdurchschnittlich vielen Kinder und dem sehr hohen Anteil älterer Menschen“ (Verwaltung) stark besucht. Kinder und Ältere nutzten sie regelmäßig und seien auf ein ortsansässiges Bibliotheksangebot angewiesen. Mit knapp 3500 Besuchern jährlich und einer Ausleihe von mehr als 7000 Medien sei die Bibliothek „seit jeher die am besten genutzte Nebenstelle der Stadtbibliothek“, attestiert die Verwaltung.

Nach Überlegungen hin und her, die sich aber alle zerschlugen, bietet sich nun die Möglichkeit an, für die Bibliothek in einem Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia mit knapp 70 Quadratmetern geeignet große Räume anzumieten. Sie liegen in direkter Nähe zum Stadtteilbüro an der Reimser Straße. Die monatlichen Mietkosten mit allem Drum und Dran belaufen sich auf 780 Euro.

Die Bezirksvertretung Mitte sprach sich, einem Antrag der Grünen folgend, „für den Erhalt der Stadtteilbibliothek in der Siedlung Preuswald“ aus. Für das laufende Haushaltsjahr sollen deshalb die erforderlichen Mittel außerplanmäßig und bis 2022 in der Höhe von jährlich knapp 9 500 Euro entsprechend im Etat bereitgestellt werden.

Der Kulturausschuss wird darüber entscheiden. Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs, der sich mit seinem Team für den Fortbestand der Bibliothek stark engagiert, versicherte, er sehe „keine Probleme“. Mit dem Umzug könne sich die Bibliothek bis Oktober Zeit lassen, für die Monate bis Jahresende habe der Förderverein Stadtbibliothek signalisiert, die Miete zu übernehmen.

Ob die Unterbringung in den Räumen Reimser Straße von Dauer ist oder was nach dem Jahr 2022 geschieht, ging aus der Vorlage der Verwaltung und der Debatte in der Bezirksvertretung nicht eindeutig hervor. Dass die Stadtteilbibliothek in den Neubau der KGS Bildchen zurückkehrt, erscheint nach derzeitigen Überlegungen eher unwahrscheinlich.

„Förderschädlich“ für den Neubau, urteilt die Verwaltung. Auch eine Einbindung in die Schulbibliothek sei „rechtlich problematisch“, weil es dann externe Nutzer in der Schule gebe, es zu Begegnungen mit Schülern käme, separate Sanitärräume und Zugangsmöglichkeiten eingerichtet werden müssten. Der Neubau eines Pavillons für rund 300 000 Euro sei angesichts der wöchentlichen Öffnungszeiten der Bibliothek von nur sechseinhalb Stunden „wirtschaftlich nicht vertretbar“.

Folgt der Kulturausschuss der Bezirksvertretung Aachen-Mitte, ist die Stadtteilbibliothek Bildchen-Preuswald auf jeden Fall schon einmal bis Ende 2022 gesichert. Die Bibliothek wird von zwei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreut. Sie ist montags von 15 bis 18 Uhr und dienstags von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet; während der Schulferien ist sie geschlossen.

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