Aachen: Die Barockfabrik als Zentrum fürs Brauchtum?

Aachen : Die Barockfabrik als Zentrum fürs Brauchtum?

Die Barockfabrik als Zentrum fürs Brauchtum? Der Antrag der schwarz-roten Ratsmehrheit stößt offenbar auf große Zustimmung.

„Das Interesse an den Räumen ist groß“, bestätigte Irit Tirtey, kaufmännische Leitung des städtischen Kulturbetriebes, am Dienstagabend im Kulturausschuss. Einen Tag zuvor hatte es bereits einen Ortstermin von möglichen Interessenten gegeben. Neben der Volkshochschule Aachen (VHS), der Theaterschule Aachen und dem Tanzverein „Art Bewegt“ war auch Frank Prömpeler vom Festausschuss Aachener Karneval (AAK) mit von der Partie.

„Ich habe mir die Räume mal angesehen“, bestätigt Prömpeler. Sein Fazit: „Da kann man was machen.“ Vor allem für das Archiv des AAK erscheinen die Räume in dem historischen Gebäude am Löhergraben attraktiv. „Dort gibt es noch die alten Rollschränke vom Stadtarchiv, die wir prima dafür nutzen könnten“, sagt Prömpeler im Gespräch mit den „Nachrichten“.

Aber auch für andere Nutzungen habe er einige Ideen, verrät der AAK-Präsident. Denkbar wäre beispielsweise eine gemeinsame Nutzung der Geschäftsstelle — etwa durch AAK, Stockpuppenbühne Öcher Schängche, Verein Öcher Platt oder auch dem Streuengelchen-Verein, die bekanntlich alle zum Öcher Brauchtum gehören, so Prömpeler, der sich auch ein Karnevalsmuseum dort vorstellen könnte. Allerdings seien die Planungen ja erst im Anfangsstadium. Ein genaues Nutzungskonzept für das Haus müsse noch ausgearbeitet werden. „Letztlich wird natürlich auch alles eine Frage des Mietpreises sein.“ Immerhin: „Die Gespräche mit der Stadt und den anderen Interessenten laufen.“

Zu den anderen Interessenten gehört auch die Aachener VHS, wie Leiterin Beate Blüggel auf Anfrage bestätigt. Keinesfalls gehe es aber um eine Aufgabe des Standorts Peterstraße, sondern „um fachbezogene Angebote die zu den Räumlichkeiten passen“, sagt Blüggel, die sich kulturelle Bildungsangebote wie Kreativität, Tanz oder Bewegung in den Räumen der Barockfabrik vorstellen kann.

„Aber in welchem Umfang wir die Räume tatsächlich nutzen können, wird sicherlich Gegenstand der weiteren Absprachen sein, die in den nächsten Wochen und Monaten noch anstehen“, bittet die VHS-Leiterin noch um Geduld. Dennoch warnt Kulturdezernentin Susanne Schwier vor „zu hohen Erwartungen“. Das Raumangebot sei schließlich auch nicht immens. Zudem müsse der neue Titel des Hauses noch besprochen werden. Ein „Haus des Brauchtums“ lehnte der Kulturausschuss mehrheitlich ab, denkbar sei eher ein „Kulturhaus“.

(hr/lbe)
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