Ausstellung: Die Alpen aus drei Blickwinkeln

Ausstellung : Die Alpen aus drei Blickwinkeln

Wanderschuhe hatte niemand an, die Herren trugen lediglich jankerähnliche Jacken – so viel Klischee musste sein. Ansonsten zeigten sich die Verantwortlichen bei der Eröffnung der Ausstellung des Alpenvereins aus Anlass des 125- jährigen Bestehens der Sektion Aachen in der Sparkasse am Münsterplatz auf der Höhe der Zeit.

Das Jubiläum sorgt dafür, dass gleich zwei Wanderausstellungen des Alpenvereins der Öffentlichkeit angeboten werden. Aufgeteilt in drei Themenbereiche, wird den Besuchern der Alpenraum aus verschiedenen Betrachtungswinkeln vorgestellt.

Es gibt natürlich einen Rückblick auf 125 Jahre Alpenverein Aachen, der von Aachener Mitgliedern der damaligen Sektion Köln gegründet wurde. War der Bergurlaub und das Wandern und Klettern in den Alpen damals noch ein elitäres, weil kostspieliges Vergnügen, so änderte sich das im Laufe der folgenden Jahrzehnte hin zum Massentourismus mit allen seinen Facetten.

Der zweite Themenbereich lautet „Alpen unter Druck“, was sowohl Aspekte der fortschreitenden touristischen als auch der wirtschaftlichen Nutzung berücksichtigt. Trendsportarten wie Mountainbiking, Downhillrouten und immer weiter fortschreitender Ausbau der Wintersportgebiete treiben den Raubbau am Kulturraum Alpen immer schneller voran und tragen mit dazu bei, die Alpenregion zu zerstören. Andererseits wird berücksichtigt, dass die Lebensgrundlage der Menschen durch den Tourismus begründet und stabilisiert wurde und nicht so einfach verändert oder gar gestoppt werden kann.

Im dritten Abschnitt der Ausstellung wird dem Klimawandel sowie daraus resultierend dem Klimaschutz eine Bühne geboten. Gletscherschmelze und damit verbundener unterbleibender Zufluss in die Flüsse, sich verstärkende Trockenheit und damit noch höherer Wasserbedarf werden in den kommenden Jahren für große Veränderungen in der Umwelt sorgen und bedürfen eines baldigen Umdenkens in vielen Bereichen. Mögliche Lösungen oder machbare Veränderungen werden gleich mit erläutert.

Doch die Ausstellung soll nicht nur schwarz malen. „Wir möchten grundsätzlich die Menschen an unserer Liebe zur Natur und den Bergen teilhaben lassen. Durch das Vermitteln dieser wunderbaren Eindrücke wollen wir helfen, ein Bewusstsein für ein Miteinander von Mensch und Natur schaffen. Einfache Lösungen gibt es dabei nicht“, waren sich Norbert Balser, Vorsitzender des Alpenvereins Aachen und Georg Stoll, Koordinator des Arbeitskreises Umwelt im Alpenverein und Organisator der Ausstellung einig. Ihrer Meinung nach wird der Kulturraum Alpen wie wir ihn kennen in den nächsten Jahrzehnten verschwinden, sollte nicht ein grundsätzliches Umdenken einsetzen. Auch hierfür ist die Ausstellung gedacht. Sie kann bis zum 16. Oktober besucht werden.

www.dav-aachen.de

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