Aachen: Die Achterbahn kommt nicht in Fahrt

Aachen: Die Achterbahn kommt nicht in Fahrt

Alle Räder stehen still, wenn der deutsche TÜV es will. Diese Erfahrung muss derzeit der Niederländer Colin Buwalda machen, der mit seinem nagelneuen Spinning Coaster die Bendbesucher in Raserei versetzen wollte. Doch auch knapp eine Woche nach der Benderöffnung ist die XXL-Achterbahn, die eigentlich eines der diesjährigen Top-Ereignisse sein sollte, weiterhin geschlossen.

Schuld daran sei einzig die deutsche Bürokratie, versichert Peter Loosen, Vorsitzender des Aachener Schaustellerverbands. Es gebe kein Problem mit der Sicherheit oder der Technik, wird er nicht müde zu erklären. Was fehlt, sei ein Stempel unter den Papieren des TÜV München, der für die Abnahme derartiger Großgeräte in Deutschland zuständig ist.

Das Kuriose: Gleich hinter der niederländischen Grenze kann der Coaster problemlos betrieben werden. In Sittard oder Geleen war er im vergangenen Jahr bereits im Einsatz. Doch die Deutschland-Premiere wurde dem Betreiber Buwalda nun gründlich verhagelt. In der Branche gilt er als absolut seriöser Unternehmer. In der Vergangenheit hat er die Aachener mit seinen Achterbahnen bereits mehrfach beglückt. Und beim Kauf des neuen XXL-Coasters (55 Meter lang, 25 Meter breit, 20 Meter hoch) habe man ihm auch versichert, dass die Zulassung für Deutschland gesichert sei. Doch für die Freigabe in Aachen fehlt eben jener Stempel aus München, der angeblich frühestens am kommenden Montag kommen soll.

„Wir hoffen, dass die Bahn spätestens zum nächsten Familientag fahren kann“, meint Loosen. Blöd ist der Ausfall auch fürs Eurogress als Bendveranstalter, sagt Sprecherin Beatrix Karlsberg. „Uns fehlt eine wichtige Attraktion.“ Noch dazu eine, die die größte Fläche in Anspruch nimmt und am Eingang der erste Hingucker ist.

Das Nachsehen haben somit einstweilen noch die Bendbesucher und vor allem auch Betreiber Buwalda. Auf mindestens 25.000 bis 30.000 Euro werden seine Kosten für Auf- und Abbau, Personal, Standgeld und etwa auch Leihkräne geschätzt. Ob die restlichen Tage dann noch reichen, um das Geld einzuspielen, muss stark bezweifelt werden. Die Hoffnung ist bei allen Schaustellern groß, dass zumindest das Wetter besser wird und den Besucherzahlen zusätzlichen Schwung gibt.

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