Aachen: Dickicht an Kaiser-Friedrich-Allee wird zurechtgestutzt

Aachen : Dickicht an Kaiser-Friedrich-Allee wird zurechtgestutzt

Den Kaiser-Friedrich-Park haben sie im vergangen Jahr schon in Schuss gebracht, nun sollen sich die Gärtner die gleichnamige Allee vornehmen. Der Grünzug zwischen dem Park und dem Brüsseler Ring sieht nicht mehr so aus, wie sich das der Gartendirektor Weßberge in den 1920er Jahren mal vorgestellt hatte.

Nach Weßberges Plänen war die Grünanlage am Hangeweiher noch vor dem ersten Weltkrieg angelegt worden. Danach nahm sich der Gartendirektor die Kaiser-Friedrich-Allee vor, weil damals schon klar war, dass sich Aachen weiter ausdehnen würde. Mit der Anlage von Park und Allee sollte die Grünverbindung zwischen Stadt und Wald gesichert werden. In einem Bericht schwärmt Weßberge 1922 von der „abwechslungsreichen Talmulde“, die ein Bachlauf „in natürlichen Windungen“ durchzieht.

Die Bestandsaufnahme der Verwaltung im Jahr 2017 sieht anders aus: Der 400 Meter lange und 40 Meter breite Grünzug sei „sehr stark zugewachsen, so dass der Paubach nicht mehr sichtbar ist“, heißt es in einer Vorlage für den heute tagenden Umweltausschuss. Durch eine „üppige Strauchschicht“ von Spitzahorn, Rotem Hartriegel und vor allem Brombeere habe sich ein „undurchdringliches Dickicht gebildet, so dass das Gartendenkmal nicht mehr erlebbar ist“.

Um die Anlage wieder so herzurichten, wie man sich ein Gartendenkmal vorstellt, müssen die Kommunalpolitiker nicht in die Stadtkasse greifen. Ein Sponsor übernimmt das. Dieses „erfolgreiche Aachener Unternehmen“ habe sich schon in der Vergangenheit „als Förderer städtischer, dem Gemeinwohl dienender Belange“ hervorgetan, schreibt die Verwaltung. Den Namen nennt sie nicht, erwähnt aber lobend das finanzielle Engagement eben dieses Sponsors schon bei der Aufwertung des Kaiser-Friedrich-Parks im vergangenen Jahr. Eckhard Schulz, Chef des an der Pascalstraße ansässigen Unternehmens DSA, sprach damals von der „Freude, dass ich etwas tun konnte, was die Stadt schöner macht“.

Nun will er es wohl wieder tun. Das Dickicht soll zurückgestutzt, zu erhaltende Bäume freigestellt, Uferbereiche mit artenreichen Uferstauden gestaltet und etwa 15 Eichen angepflanzt werden, um den Alleencharakter wieder herzustellen. Geplant sind außerdem neue Wegedecken, Bänke und Abfallbehälter. Damit das große Aufräumen die Tierwelt im Südviertel nicht verscheucht, wurde im Frühjahr genau untersucht, wer dort überhaupt wohnt.

Die meisten dort vorkommenden Arten, bilanziert die Verwaltung, habe ihre Lebensweise dem Siedlungsbereich angepasst. So lange das Dickicht nicht während der Brutzeit gelichtet werde, sei die Holzerei „unproblematisch“. Überdies verbessert sich für einige Arten das Wohnumfeld. Neu angelegte Wiesen sollte der Grünspecht zu schätzen wissen, meint die Verwaltung, auch könne man bei dieser Gelegenheit den Brutplatz einer Gebirgsstelze besser vor Störungen schützen.

All das kostet die Stadt nichts. Oder quasi nichts, denn für die Unterhaltung und Verkehrssicherung der „Bestandsbäume“ ist der Aachener Stadtbetrieb sowieso zuständig, und die Freihaltung des unmittelbaren Ufers der Pau ist Sache des Wasserverbands. Doch für die Arbeiten zur Wiederherstellung des Gartendenkmals werde der Sponsor eine Firma beauftragen und deren Rechnung dann auch übernehmen, erklärt Harald Beckers vom städtischen Presseamt.

Die Stadt sei in die Planungen eingebunden werde die Maßnahmen begleiten. „Aber die Stadt kann das alleine mit eigenem Personal und ihren finanziellen Möglichkeiten nicht so umsetzen.“

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