Dezernentensuche in Aachen: Parteibuch soll keine Rolle spielen

Dezernentensuche in Aachen : Das Parteibuch soll keine Rolle spielen

Die schwarz-rote Ratsmehrheit will sich treu bleiben und die Mitte des Monats frei werdende Stelle des Planungsdezernenten Werner Wingenfeld unabhängig von einer Parteizugehörigkeit neu besetzen.

Keine Partei habe ein Vorschlagsrecht für den hochrangigen Posten, betonen auf Anfrage die beiden Fraktionsvorsitzenden Harald Baal (CDU) und Michael Servos (SPD). Stattdessen wolle man bei dem Besetzungsverfahren bleiben, dass zuletzt auch bei Werner Wingenfeld, Markus Kremer und Susanne Schwier angewendet wurde. Alle drei Dezernenten sind parteilos und infolgedessen auch parteiunabhängig ausgewählt worden. Neben Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) sind im Verwaltungsvorstand somit derzeit lediglich Kämmerin Annekathrin Grehling (CDU) und Manfred Sicking (SPD), Dezernent für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen, mit einem Parteibuch vertreten.

Für die Grünen war dies jüngst Anlass, darauf aufmerksam zu machen, dass sie als drittstärkste Fraktion ebenfalls gerne wieder im Verwaltungsvorstand vertreten wären – wie es lange Zeit Usus war. Dem Vorstoß erteilten CDU und SPD jedoch umgehend eine Absage. Ausschließlich Qualifikation und Kompetenz der Bewerber sollen ausschlaggebend im bevorstehenden Auswahlverfahren sein.

Man habe mit diesem offenen Verfahren gute Erfahrungen gemacht, sagt Servos, der zugleich darauf hinweist, dass es Vor- und Nachteile habe. Denn manch guter Kandidat komme möglicherweise auch nicht aus der Deckung, weil es keine Gewähr für ein erfolgreiches Bewerbungsverfahren gebe. Jeder kämpfe für sich selbst und muss im richtigen Moment eine gute Präsentation abliefern. Auf die Zusage und Rückendeckung einer Partei kann niemand zählen.

Die Suche nach geeigneten Bewerbern an der Spitze des Planungsdezernats hat derweil begonnen. Erste Gespräche sollen in diesen Tagen bereits geführt werden, um mögliche Kandidaten zu einer Bewerbung zu bewegen. Mit im Boot ist auch der renommierte Personalberater Edmund Mastiaux, der bundesweit Ausschau nach geeigneten Persönlichkeiten halten soll. Die Erwartungen sind hoch, da mit dem Dezernat wesentliche Projekte für die Weiterentwicklung der Stadt verbunden sind.

Ganz oben an steht die seit Jahren geplante Umgestaltung des Altstadtquartiers Büchel, die seit dem Abschied von Wingenfelds Vorgängerin Gisela Nacken nicht mehr erkennbar nach vorne gebracht werden konnte. Das Gleiche gilt für die Umnutzung des Bushofs oder die Entwicklung des Wohnbaugebiets Richtericher Dell – beides Themen, die seit vielen Jahren auf den nächsten Entwicklungsschritt warten.

Je früher ein neuer Planungsdezernent oder eine neue Dezernentin gefunden wird desto besser, heißt es auf Seiten von CDU und SPD. Der Beschluss soll möglichst im ersten Quartal 2019 gefasst werden, sagt Baal. Angesichts der üblichen Kündigungsfristen muss jedoch damit gerechnet werden, dass das Spitzenamt erst zur Sommerpause wieder besetzt werden kann.

(gei)
Mehr von Aachener Nachrichten