Aachen: Designstudenten präsentieren Werke im Ludwig Forum

Aachen : Designstudenten präsentieren Werke im Ludwig Forum

„Riskieren Sie Kopf und Kragen und wagen Sie einen Blick“, forderte der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke die Besucher im Ludwig Forum auf. Eine Gruppe von Studenten der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg hatte zur Eröffnung einer kleinen Präsentation geladen, die als Ergänzung zur dortigen Ausstellung „Kunst X Kuba“ verstanden werden kann. Und dabei kann man sogar ein wenig den Kopf verlieren.

Vier große Kisten laden im Untergeschoss dazu sein, sie zu betreten und dann den Kopf durch eine Öffnung zu schieben. Erst danach eröffnet sich dem Betrachter ein Kuba, so wie es sich die Studenten vorstellen.

Die kubanische Lebensfreude ist Thema der Ausstellung. Foto: Andreas Herrmann

Klischees wollten sie dabei vermeiden, so Tölke. Das allerdings sei kein leichtes Unterfangen gewesen, da keiner der Studenten Kuba jemals persönlich besucht habe. Trotzdem gelang es den Designern, vier Sichtweisen auf das Land zu präsentieren. Ein hypothetischer Kiosk gibt beispielsweise Einsicht in das kubanische Straßenleben. Die Studenten griffen dabei auf Fotografien des Künstlers Jorge Royan zurück, der einen Großteil seiner Arbeiten noch zu Lebzeiten „Wikimedia Commons“ gestiftet hat. Die einzelnen Bilder ziehen an den Augen des Betrachters vorbei und vermitteln nach Meinung der Studenten auf hervorragende Weise das kubanische Lebensgefühl.

Kubanische Lebensfreude

Andere Studenten haben die kubanische Lebensfreude zum Thema gemacht. Nach ihrer Meinung ist es bemerkenswert, dass Tanz und Musik nach wie vor zum Alltag der kubanischen Bevölkerung gehören. Dargestellt sind vier Tanzszenen, die sich fortlaufend im Kreis bewegen und dabei partiell beleuchtet werden. Eine ganz andere Sicht auf Kuba bietet die Darstellung einer Hütte im Dschungel, die 1959 von Guerilla-Kämpfern errichtet wurde. Und die Einladung, kubanische Postkarten wie durch einen Briefschlitz zu betrachten, macht das Angebot komplett.

Laut Lufo-Leiter Andreas Beitin ist die Präsentation der Designstudenten so etwas wie ein Gegenpart zur Ausstellung „Kunst X Kuba“, die derzeit im Ludwig Forum „zeitgenössische Positionen seit 1989“ präsentiert. Beitin zeigte sich begeistert von dem, was auf Gut Rosenberg geleistet wird.

Und er hatte gleich auch einige Beispiele parat für Menschen, die Länder beschrieben haben, ohne sie zu kennen: Karl May und Jules Verne beispielsweise, aber auch Immanuel Kant, der immer wieder lebendig von Ländern und Orten erzählt habe, die er nur vom Hörensagen kannte.

Alle Kuba-Interessierten lud er zudem schon jetzt zur Kuba-Konferenz am 26. und 27. Januar im Ludwig Forum ein. Unter dem Titel „Kuba, quo vadis?“ wird hier ein internationaler Dialog zu Kunst und Kultur des Karibikstaates angeboten.

Die Installation, die die Studenten der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg als Semesterarbeit erstellt haben, kann noch bis Sonntag, 18. Februar, im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97-109, besucht werden.

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