Designmetropole Aachen zeigt Produkte in Aula Carolina

7. Show der Designmetropole Aachen : Eine Fritte für zehn Euro und andere Kunstwerke

Show der Designmetropole Aachen lockt mit außergewöhnlichen Produkten zahlreiche Menschen in die Aula Carolina

Eine Pommes für zehn Euro? Und dann bekommt man nicht einmal eine Portion, sondern lediglich eine einzelne, einsame Fritte? Nein, der Aachener Weihnachtsmarkt ist natürlich nicht gemeint, ist aber dennoch nicht weit entfernt. Denn nur wenige Meter weiter – in der Aula Carolina – präsentierten Designer und Künstler bei der 7. Show der Designmetropole Aachen ihre Produkte.

Andrea Derichs stand mit ihrem Laden „1Stern“ gleich am Eingang der Räumlichkeit in der Pontstraße. Vor ihr: Ein paar Fritten, Wiener Würstchen, Salamischeiben und Sushirollen, feinsäuberlich serviert auf Porzellantellern. Lecker? Nein. Denn wer hineinbiss, der kaute auf Kunststoff. „Es handelt sich um Lebensmittelattrappen“, erklärte Derichs. Die Schein-Leckereien seien also vielmehr Kunstobjekte als Nahrungsmittel.

Und egal, wohin der Blick bei der Designausstellung unter dem Motto „Love and Peas“ schweifte, überall war es außergewöhnlich: Kinderkleidung, auf denen Geschichten illustriert sind, Gürtel aus alten Fahrradreifen oder Papprollen, die zu Möbeln umgestaltet werden, waren nur einige Beispiele. „Man muss immer daran denken, Designprodukte nicht auf ihren Materialwert zu reduzieren“, betonte Designer Marco Iannicelli. Es seien Kunstwerke. Er selbst präsentierte an diesem Tag vor allem Möbel, die aus Beton gefertigt sind. „Man sitzt nicht weniger bequem als auf einem Holzstuhl“, sagte der Designer, als er auf einem seiner Betonhocker Platz nahm. „Vielleicht etwas kühler.“

Ein Gruß vom Affen

Erstmals unterstützten auch Designer aus Lüttich die Veranstaltung der Designmetropole Aachen. „Es ist eine sehr schöne Atmosphäre hier“, meinte die Belgierin Julie Hanique in englischer Sprache. Einziges Manko für sie: „Viele staunen nur statt zu kaufen.“ Über mangelndes Interesse konnte die Design-Show aufgrund der direkten Nähe zum gutbesuchten Weihnachtsmarkt aber nicht klagen. Unzählige Menschen fanden am Samstag und Sonntag den Weg in die Aula Carolina.

Und wer die ehemalige Kirche betrat, der wurde sozusagen von einem Affen begrüßt. Kein lebendiger, aber dennoch einer mit Sonnenbrille und Wollmütze. „Sein Name ist Käpten Nobbi“, stellt Künstler Paul Sous seine Markenfigur vor. Überall auf seinen Produkten ist das Gesicht des Affen zu sehen: auf Flyern, Bildern und Streichholzpackungen. Dabei besteht ein Großteil seiner Kunstwerke aus Gegenständen, die Sous im Sperrmüll oder auf Werkstoffhöfen findet. „Aus Sachen, die andere wegschmeißen, kann ich immer noch etwas machen“, erläutert er. Das Event der Designmetropole Aachen zeigt: Auch Müll kann Kunst sein. Und die teuersten Fritten sind nicht immer die leckersten – aber die schönsten.

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